Unsere Gedanken zur Contentparade #SELBERgroß von Mark Poppenborg

„Mit jedem Stück entzogener Verantwortung

geht auch ein Stück Freiheit verloren.“

Je länger wir darüber nachdenken, desto mehr fällt uns auf, an welchen Stellen und wie oft im Leben das so zutreffend ist.

Und genau darum finden wir die Idee dieser Aktion so perfekt – so groß: Es geht um die kleinen Stücke, die wir uns haben nehmen lassen und die wir uns auch in kleinen Stücken wieder zurück erobern können. Oft wird von der großen Veränderung gesprochen, der Disruption – nichts bleibt, wie es einmal war. Stimmt, aber bis auf den Urknall, dessen Stattfinden als ziemlich unwahrscheinlich gilt, finden die meisten Veränderungen doch mehr oder weniger schleichend statt. Wir bemerken sie oft erst, wenn sie ein bestimmtes Ausmaß erreichen und das kommt uns dann „plötzlich“ vor.

Wie wir #SELBERgroß geworden sind?

Wir haben uns genau in solchen kleinen Stücken Arbeitsbereiche erobert, von denen unser Umfeld behauptet hat, dass sie nicht zu uns passen. Wir haben keine offizielle Berechtigung (Zertifikat) sie zu besetzen. Wir können es dem Anschein nach nicht und darum dürfen wir es auch nicht ausprobieren.

1. Geht nicht

An einer Hochschule zu arbeiten ohne selbst ein Hochschulstudium absolviert zu haben? Geht, aber die Funktionen sind klar vorbestimmt. Denn man versteht ja gar nichts vom Produkt des Unternehmens. Und selbst der Wille, diese Erfahrung noch zu machen, wird zunächst belächelt.

5 Jahre später, Bachelor und Master in der Tasche, zuständig für diejenigen, die Bildung erst später im Leben für sich entdecken. Berufsbegleitend studieren – ein Leben lang lernen. Wenn man das so liest, ist das wohl die einzig sinnvolle Methode zu lernen. Fühlt sich ganz schön groß an.

2. Darf nicht

In der Verwaltung zu arbeiten und selbst veröffentlichen und lehren zu wollen. Passt nicht; ist nicht vorgesehen. Regeln, Gesetze, Quoten und was auch immer sprechen dagegen. Management und Organisation – gerne, das steht ja auch im Arbeitsvertrag. Querdenken nicht. Das ist nicht vorgesehen.

3 Jahre später einen Blog ins Leben gerufen zu haben, auf dem zahlreiche Gastbeiträge veröffentlicht wurden und selbst jede Woche zu schreiben mit dem wunderbaren Feedback von Menschen, denen Inhalt wichtig ist. Das macht größer. Vor Gruppen zu stehen und Vorträge zu halten über Themen, die Spaß machen bewegen und zu Interaktion führen. Das macht größer.

3. Lohnt nicht

Sich selbstständig zu machen. Zu zweit, nicht kurz nach der Schule, sondern mitten im Leben; nur aus der Motivation heraus unser eigenes Ding zu machen, Spuren zu hinterlassen, sichtbar zu sein. Niemals sagen zu müssen „hätten wir doch…“

Das hat uns richtig wachsen lassen. Wir fühlen uns größer.

Das war kein Weg, der vorgegeben war. Wir treffen so viele Entscheidungen, die immer auch abhängig sind von Umständen, von anderen Menschen, von Rahmenbedingungen. Hier gab es so gut wie keine. Das hat sich sehr frei angefühlt.

Frei sein

So fühlt es sich heute noch an.

Daran müssen auch wir uns immer wieder erinnern, wenn Zeit fehlt, Regelungen eingehalten werden müssen, das Umfeld kommentiert und wir klein gehalten werden. Wenn wir selbst dazu neigen andere klein zu halten – auch das!

Sich selber groß zu fühlen wird uns ziemlich früh im Leben abgewöhnt. „Wie groß bist Du geworden“ wird schnell ersetzt durch Noten, Bewertungen, Beurteilungen. Durch mehr Kritik als Lob und Wertschätzung. Messbare Erfolge zählen und Konformität. Vorstellungsgespräch, Numerus Clausus, Elternsprechtag, Mitarbeitergespräch – alles Beweise dafür, dass wir uns klein fühlen sollen.

Wir brauchen Menschen, mit denen wir uns zusammen groß fühlen. Selber groß werden wir im Team, nicht als Einzelkämpfer. Danke Mark, für diese Idee!

Die Challenge möchten wir größer machen. Britta Redmann, Tatiana Dikta & Petra Hütten – warum seid Ihr #SELBERgroß?

Und Mark sagt: Warte nicht auf eine Nominierung. Du kannst auch jetzt schon Deine Geschichte unter #SELBERgroß teilen.

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