Julia Collard & Sven Schnitzler
#NextLearning – 5 Bausteine für Dein individuelles & flexibles Weiterbildungskonzept

#NextLearning – 5 Bausteine für Dein individuelles & flexibles Weiterbildungskonzept

Nicht erst seit PISA, Digitalisierung und Globalisierung wird Bildung und Wissen immer wichtiger. Es kann heute kaum jemand abschätzen, welche Qualifikationen wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren benötigen werden. Daher kommt es mehr denn je darauf an, wie wir selbst unsere Bildungsbiographie gestalten. Doch wie findet man im Dschungel der Weiterbildungsanbieter und des frei zugänglichen Wissens das richtige Angebot, die Themen, die weiterbringen und vor allem fesseln? Wie investiere ich in mein eigenes Humankapital? Und wann soll ich das neben Job und Privatleben auch noch unterbringen?

Lehr- und Lernplan für #NextLearning

Die folgenden 5 Bausteine lassen sich individuell zu Eurem Lehr- und Lernplan zusammensetzen. Ihr werdet merken – das hat nicht mehr viel mit dem erzwungenen Lernen zu tun, das wir in der Schule und im klassischen Studium vielleicht so gar nicht mochten.

1. Bücher, News und Podcasts

Wir können heute schneller und einfacher an Informationen kommen als je zuvor – aber wir sind auch überfordert von der Informationsflut auf allen möglichen Kanälen. Der Einstieg in eine neues Fachgebiet oder ein spannendes Thema, das auch noch nachhaltig (also zukunftsfähig) sein soll, ist aufgrund der Fülle an Informationen komplex und einfach zugleich. Von den großen Zukunftstrends hören wir alle täglich – aber was genau interssiert uns daran? Seit Google sind wir Meister der Keywordsuche

Genau das kann und auch als Start in ein neues Interessengebiet helfen.

Das Thema unserers Wahl, ein Buzzword oder ein Zusammenhang, der uns im Laufe des Tages begegnet ist einfach male in eine Suchmaschine eingeben, den Kreis der relevanten Stichworte erweitern und schon können wir uns die ersten Artikel herauspicken – sortiert nach Datum, Länge, Rubrik.

Was für ein Typ seid Ihr?

Keine Ausreden mehr! Lest Ihr lieber, schaut Filme oder hört jemandem zu? Das ist Euer erster Lernweg! Zu jedem Thema gibt es sowohl Bücher, Videos oder Podcasts. Startet mit dem bekannten Medium Eurer Wahl in ein neues Thema. Und wenn Ihr die ersten Informationen gesammelt habt: wechselt auch mal das Medium! Traut Euch aus Eurer Komfortzone, denn so lernt Ihr nicht nur neue Themen sondern auch noch neue Prozesse und Methoden kennen. Das sind die Schlüsselkompetenzen der Zukunft!

Zeitaufwand: Völlig nach Belieben. Ihr könnt Euer Workout mit einem Podcast begleiten, anstelle eines Romans ein paar kurze Artikel lesen oder auf der Bahnfahrt ein Fachbuch lesen. Und die sind längst nicht so trocken, wie man es vielleicht aus dem Geschichtsunterricht oder dem Grundstudium noch vermutet. Biographien und echte Stories – auch das ist ein Wissenschatz!

Und das heißt auch nicht, dass man während der Autofahrt nie mehr die neuesten Hits mitsingen darf – kombiniert flexibel und macht Lernen zu einem neuen zusätzlichen Hobby. Es kommt allein auf das Thema an!

Kosten: Hier könnt Ihr bei 0 starten. Viele Artikel sind kostenfrei zugänglich, ebenso Videos und Podcasts. Und ein gutes Buch gibt es auch schon zu erschwinglichen Preisen – Ihr investiert in Euch!

2. Seminare, Workshops, Weiterbildungen

Wenn Ihr Euch für ein Thema entschieden habt oder im Job eine bestimmte Tätigkeit durch aktuelle Fachkenntnisse vertiefen wollt, eignen sich Seminare und Workshops. In ein bis zwei Tagen gibt es aktuelles Fachwissen gut aufbereitet – wenn man den richtigen Anbieter erwischt. Achtet bei der Auswahl eines Seminars genau auf die Deckungsgleichheit der Inhalte und Methoden mit Euren Anforderungen – wollt Ihr viel Input, viel Ausprobieren, viele Fragen stellen? Hiernach entscheidet sich, ob Ihr ein Seminar mit hohem Informationsanteil und einer eventuell auch höheren Teilnehmerzahl wählen solltet oder einen Workshop, in dem in einer kleinen Gruppe ein Thema praktisch erarbeitet wird. Achtet auf die Qualifikation des Veranstalters. Und auf die Erfahrung des Referenten. Dies funktioniert gut über Bewertungen im Web oder über die Vergabe von geprüften Zertifikaten. Seminare und Workshops können ideal auf aktuelle Themen reagieren und sind somit inhaltlich „am Puls der Zeit“. Seminare, die Basisqualifikationen vermitteln, werden künftig eher nicht mehr so stark gefragt sein. Hier solltet Ihr auf Punkt 1 zurückgreifen und danach Seminare für die Stufe der tieferen Wissensvermittlung und vor allem der Kommunikation und des Austauschs wählen.

Zeitaufwand: Seminare und Workshops sind zumeist auf kurze Zeiträume beschränkte Maßnahmen. Es liegt also an Euch bzw. Eurem Arbeitgeber, wie viel Zeit Ihr hierauf z.B. innerhalb eines Jahres verwendt. Achtet darauf, dass Ihr Weiterbildungen nicht einfach mitnehmt, weil sie Euch angeboten werden. Geht in die Diskussion darüber, welche Weiterbildung Euch persönlich etwas bringt. Weniger ist mehr. Und auch wenn Unternehmen mit Weiterbildungskonzept lobenswert sind – es kommt auf die individuelle Passgenauigkeit an.

Die Inhalte des Workshops müssen ja danach auch wieder in den Arbeitsalltag integrieret werden. Nur dann lernen wir nachhaltig.

Kosten: Onlineseminare und Webinare als Einstieg gibt es kostenlos, wenn man genau hinschaut. Präsenzworkshops gibt es in allen Preislagen. Wenn Ihr nach dem Prinzip „weniger ist mehr“ verfahrt, könnt Ihr Euch auch ein teureres Seminar mit Zertifikat bei einem renommierten Anbieter leisten. Nutzt möglichst Angebote in kurzer Distanz. Reise- und Übernachtungskosten treiben den Preis schnell in die Höhe.

3. Konferenzen, Messen, Festivals, Barcamps

Hierbei handelt es sich ebenfalls um zeitlich beschränkte Veranstaltungen, meist ein bis wenige Tage. Sie sind etwas für Fortgeschrittene, denn sie erfordern einen geschulten Blick auf die Programme. Gerade Konferenzen und Barcamps bieten in kürzester Zeit eine Vielzahl von Impulsen, Sessions, Keynotes und damit eine immense Informationsfülle. Diese muss im Vorfeld gefiltert werden. Trotzdem leben solche Veranstaltungen davon, sich auf Neues einzulassen und sich überraschen zu lassen. Das funktioniert aber nur, wenn Ihr im ausgewählten Themengebiet über vertiefte Kenntnisse verfügt.

Sonst füht Ihr Euch schnell verloren. Ihr müsst aktiv auf Teilnehmer zugehen, Eure Fragen im Plenum stellen und Euch vernetzen. Dies erfordert eine hohe Kommunikations- und Interaktionskompetenz. Sonst bringen Euch solche Veranstaltungen wenig Mehrwert. Wenn Euch das aber gelingt, könnt Ihr Impulse mitnehmen, die Euer weiteres Lernkonzept maßgeblich beeinflussen. Insbesondere erfahrt Ihr zu einem Thema immer ganz viele Blickwinkel auf einmal und lernt die aktuellen Influencer eines Trends im besten Fall persönlich kennen. Hier baut Ihr Netzwerke auf und Euer Wissenszuwachs erfolgt sprunghaft

Zeitaufwand: Für die Veranstaltung selbst nicht so viel. Aber ganz viel Vor- und Nachbereitungszeit, wenn Ihr es richtig machen. Denn Ihr müsst die neuen Informationen und Kontakte vorbereiten und verarbeiten, daraus die nächsten Schritte ableiten und prüfen, welche Praxistauglichkeit die Tage wirklich hatten. Anderenfalls verpufft die Nachhaltigkeit solcher Konferenzen so schnell wie der Tagesablauf dynamisch ist.

Kosten: Hoch! (Mit Ausnahme der Barcamps.) Aufgrund der Vielzahl der Redner, des umfassenden Programms und viel „Drumherum“ sind die Ticketpreise hoch. Schaut Euch im Netz nach Rabatten, Early Birds oder Angeboten der Aussteller um – das kann richtig viel Ersparnis bringen.

Ihr braucht einen guten Fahrplan, um den Nutzen solcher Veranstaltungen greifbar zu machen. Ihr müsst schon ein bisschen Bildungsprofi sein. Oder einfach mutig und sehr neugierig!

4. Studiengänge

Wenn Ihr mitten im Job steht, ist die Entscheidung für ein (berufsbegleitendes) Studium vermutlich die gravierendste. Hier müsst Ihr am genauesten vorher wissen, was das Ziel der Maßnahme für Euch persönlich sein soll, denn am einmal gewählten Thema bleibt Ihr mehrere Jahre dran. Und wie schon erwähnt weiß ja keiner so genau, welcher Trend uns dann beschäftigen wird.

In unserem aktuellen Bildungssystem zählen nach wir vor akademische Abschlüsse – aber das variiert inzwischen sehr stark nach Branche. Einen akademischen Abschluss nachzuholen oder noch einmal einen spezifizierten neuen Studiengang anzuschließen macht daher nur dann Sinn, wenn Ihr

  • eine bestimmte Position oder Karriere anstrebt, für die dieser Abschluss auch künftig noch notwendig ist;
  • einen Studiengang gefunden haben, der Euch  so sehr interessiert, dass Ihr intrinsisch motiviert das Ziel des Hochschulabschlusses anstrebt.

Zeitaufwand: Der Zeitaufwand ist im Vergleich zu allen anderen Maßnahmen am höchsten und schränkt Euch je nach gewähltem Studienmodell am stärksten ein. Mit dem Bachelor-Mastersystem sind alle Studiengänge so gestaltet, dass Ihr Creditpoints erwerbt – bis zum Master in Summe 300. Hinter diesen Punkten steht ein vorgegebener Zeitaufwand. 25 – 30 Stunden je Punkt. So lässt sich zumindest theoretisch recht einfach errechnen, was auf Euch zukommt. In berufsbegleitenden Programmen lässt sich die Gesamtstudienzeit oft strecken, so dass der wöchentliche Lernaufwand sinkt gegenüber einem Gesamtanstieg der Studiendauer.

Kosten: Berufsbegleitende Programme sind in der Regel kostenpflichtig. Recherchiert daher genau und nehmt, gerade wenn es um Perspektiven innerhalb Eures Unternehmens geht, dieses mit ins Boot. Eine Förderung des Studiums durch den Arbeitgeber ist sinnvoll. Aber auch für Selbstzahler gilt: es ist nie zu spät für den Studienstart. Achtet auch auf Modelle, die Eure Vorleistungen anrechnen. Der universitäre Elfenbeinturm hat zumindest für die praxisorientierte akademische Bildung ausgedient – Eure Lehre, Ausbildung, Meisterbrief, Weiterbildung, Erststudium etc. können Zeit und Kosten sparen.

5. Lerncoaching

Was landläufig als Nachhilfe bezeichnet wird, kann in unserer Wissensgesellschaft eine perfekte Lösung für den (Wieder-)Einstieg in das Lernen sein oder Eure Lernkarriere punktuell oder dauerhaft begleiten.

Lerncoaches erarbeiten gemeinsam mit Euch ein persönliches Weiterbildungsziel und stimmen dies mit den Trends und Themen ab, die in Zukunft wichtig werden. Aus Buzzwords werden so konkrete Maßnahmen. Zudem habt Ihr, auch wenn Ihr Euch für eigenverantwortliches Lernen entscheidet, bei Bedarf einen Sparringspartner, mit dem Ihr Euch über Entwicklungen, Erfolge und Fortschritte austauschen könnt. Lerncoaches schaffen mit Euch gemeinsam auch die Balance zwischen Fach- und Methodenkompetenz als Grundlage, wenn es darum geht, worauf Ihr Euch künftig fokussiert. Und bei aller intrinsischen Motivation benötigen wir zum Dranbleiben und Weiterkommen immer auch Lob, Feedback und Ermutigung von außen.

Zeitaufwand/ Kosten: Flexibel. Ihr vereinbart und bucht Zeitkontingente. Dies kann einmalig sein für Euren persönlichen Kickoff, wöchentlich für eine Phase der Umorientierung oder dauerhaft, wenn Ihr dieses Coaching als Investition in Eure Bildungskarriere seht.

Auch wenn heute noch niemand exakt voraussagen kann, welche Berufe in Zukunft besonders gefragt sind und welche es nicht mehr geben wird, ist klar, dass Menschen gefragt sein werden, die zukünftige Entwicklungen antizipieren und die richtigen Schlüsse daraus ableiten können. Es geht also vor allem darum, mit der Informationsvielfalt umgehen zu können und gemeinsam darüber zu kommunizieren.

In jedem Fall ist eines entscheidend: Wir werden immer stärker gefordert sein, an uns selbst zu arbeiten und beweglich zu bleiben.

Intrinsische Motivation ist die absolut notwendige Voraussetzung für #NextLearning

Im Job, im Wissenserwerb und in der Freizeit!

Mehr zur Transformation des Lernens & zu Maßnahmen von #NextLearning für uns alle in der #NextLearning Transformations-Offensive

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