Google-Unternehmensprofil einrichten: Schritt für Schritt zu mehr lokaler Sichtbarkeit
Ein Google-Unternehmensprofil gehört zu den wichtigsten Grundlagen für lokale Sichtbarkeit. Es sorgt dafür, dass dein Unternehmen in der Google-Suche und bei Google Maps mit Adresse oder Einzugsgebiet, Kontaktdaten, Leistungen, Bildern und Bewertungen erscheinen kann.
Warum das Profil so wichtig ist, haben wir bereits in unserem Artikel „Warum dein Google-Unternehmensprofil wichtiger ist, als du denkst“ erklärt. Diesmal wird es praktisch: Wie richtest du ein neues Profil ein? Was passiert, wenn dein Unternehmen bereits bei Google auftaucht, das Profil aber jemand anderem gehört? Und wie holst du aus einem bestehenden, lange vernachlässigten Eintrag wieder mehr heraus?
Prüfe zuerst, ob dein Unternehmen bereits eingetragen ist
Bevor du ein neues Profil anlegst, suche bei Google und in Google Maps nach deinem vollständigen Unternehmensnamen. Ergänze dabei am besten den Ort oder die Region.
Dieser erste Schritt ist wichtig. Google erstellt teilweise selbst Einträge aus öffentlich verfügbaren Informationen. Auch frühere Mitarbeitende, Agenturen, Kunden oder ehemalige Inhaber können bereits ein Profil angelegt haben.
Findest du dein Unternehmen, prüfe:
- Stimmen Name und Adresse?
- Gibt es bereits Bewertungen?
- Wird „Inhaber dieses Unternehmens?“ oder „Als Inhaber eintragen“ angezeigt?
- Wird das Profil möglicherweise von einer anderen Person verwaltet?
Lege nicht vorschnell einen zweiten Eintrag an. Doppelte Unternehmensprofile können für Verwirrung sorgen und im schlimmsten Fall von Google zusammengeführt oder deaktiviert werden. Profile selbst zusammenlegen kannst du, wenn du Administrator beider Einträge bist. Das ist aber nicht ganz trivial und besonders dann knifflig, wenn auf beiden Profilen bereits Bewertungen vorhanden sind.
Prüfe, ob dein Unternehmen berechtigt ist
Ein Google-Unternehmensprofil ist für Unternehmen gedacht, die während ihrer angegebenen Geschäftszeiten persönlichen Kontakt mit Kunden haben. Dazu gehören klassische Ladenlokale, Praxen, Kanzleien und Büros, aber auch mobile Dienstleister, die ihre Kunden vor Ort besuchen. Reine Online-Unternehmen ohne persönlichen Kundenkontakt sind in der Regel nicht für ein Profil berechtigt.
Google unterscheidet im Wesentlichen zwischen drei Modellen:
- Unternehmen mit festem Standort:
Kunden besuchen dein Geschäft, dein Büro, deine Praxis oder deine Werkstatt. - Unternehmen mit Einzugsgebiet:
Du besuchst deine Kunden, hast an deiner Geschäftsadresse aber keinen öffentlich zugänglichen Standort. Das trifft zum Beispiel auf mobile Pflegedienste, Handwerksbetriebe oder Vor-Ort-Dienstleister zu. - Hybridunternehmen:
Du empfängst Kunden an deinem Standort und bist zusätzlich in einem bestimmten Gebiet unterwegs.
Wichtig: Nutzt du eine Privatadresse oder ein Homeoffice, an dem keine Kunden empfangen werden, solltest du die Adresse im Profil ausblenden und stattdessen dein Einzugsgebiet angeben.
Ein neues Google-Unternehmensprofil anlegen
Existiert noch kein Eintrag, rufst du die Seite zur Einrichtung eines Unternehmensprofils auf und wählst „Unternehmen zu Google hinzufügen“. Anschließend führt Google dich durch die einzelnen Angaben.
Für die Verwaltung brauchst du ein Google-Konto. Das muss keine Gmail-Adresse sein. Du kannst auch deine geschäftliche E-Mail-Adresse mit einem Google-Konto verknüpfen. Ideal ist ein Konto, das dauerhaft zum Unternehmen gehört und nicht an eine einzelne externe Agentur oder einen einzigen Mitarbeitenden gebunden ist.
Unternehmensname
Trage deinen tatsächlichen Unternehmensnamen ein. Zusätzliche Keywords, Leistungen oder Ortsbezeichnungen gehören nur dann in den Namen, wenn sie offiziell Bestandteil der Firma oder der nach außen verwendeten Geschäftsbezeichnung sind.
Aus „Muster GmbH“ sollte also nicht „Muster GmbH – beste Steuerberatung Köln günstig“ werden. Solche Erweiterungen verstoßen gegen die Google-Richtlinien und können zu Änderungen oder einer Sperrung führen.
Hauptkategorie
Die Kategorie hilft Google dabei, dein Unternehmen passenden Suchanfragen zuzuordnen. Wähle deshalb die Kategorie, die dein Kerngeschäft am genauesten beschreibt.
Eine Steuerberatung sollte beispielsweise „Steuerberater“ wählen, eine Werbeagentur „Werbeagentur“ und ein Elektrounternehmen „Elektriker“. Weitere Kategorien kannst du später ergänzen. Die Hauptkategorie sollte jedoch immer die wichtigste Leistung abbilden.
Standort oder Einzugsgebiet
Nun fragt Google, ob Kunden deinen Standort besuchen können.
Bei einem öffentlich zugänglichen Geschäft gibst du die vollständige Adresse an. Prüfe Schreibweise, Hausnummer und Kartenmarkierung sorgfältig.
Besuchst du deine Kunden vor Ort und empfängst niemanden an deiner Adresse, blendest du die Anschrift aus und definierst stattdessen ein realistisches Einzugsgebiet. Gib keine Regionen an, die du praktisch kaum bedienen kannst. Ein möglichst großes Gebiet bringt keinen automatischen Sichtbarkeitsvorteil.
Kontaktdaten
Ergänze eine Telefonnummer und deine Website. Beide Angaben sollten mit den Informationen auf deiner Website und in anderen Verzeichnissen übereinstimmen.
Nutze möglichst eine Telefonnummer, unter der Kunden dein Unternehmen direkt erreichen. Eine funktionierende, mobil optimierte Website liefert Google außerdem weitere Informationen zu deinen Leistungen und deinem Standort.
Das Unternehmen bestätigen
Mit der Verifizierung prüft Google, ob das Unternehmen tatsächlich existiert und ob du berechtigt bist, das Profil zu verwalten. Erst nach erfolgreicher Bestätigung stehen dir alle Verwaltungsfunktionen zur Verfügung.
Welche Methode angeboten wird, entscheidet Google automatisch. Du kannst die Optionen in der Regel nicht frei wählen. Abhängig von Unternehmen, Standort und vorhandenen Informationen können auch mehrere Nachweise verlangt werden.
Mögliche Verfahren sind:
- Videoaufzeichnung
- Live-Videoanruf
- Telefon oder SMS
- Postkarte
- automatische Bestätigung über vorhandene Google-Dienste
Nicht jedes Unternehmen erhält alle Möglichkeiten.
Die Verifizierung per Video:
Aktuell wird vielen Unternehmen eine Videoverifizierung angeboten. Dabei musst du ein unbearbeitetes, zusammenhängendes Video direkt über dein Mobilgerät aufnehmen. Ein vorproduzierter Film lässt sich nicht hochladen. Das Video muss mindestens 30 Sekunden lang sein.
Google möchte darin üblicherweise drei Dinge erkennen:
Den Standort:
Zeige beispielsweise Straßenschilder, Hausnummer, Außenansicht, Nachbargebäude oder andere Orientierungspunkte.
Die tatsächliche Geschäftstätigkeit:
Zeige Arbeitsplatz, Werkzeuge, Produkte, Fahrzeuge, technische Ausstattung, Visitenkarten oder Materialien, die zu deinem Unternehmen gehören.
Deine Berechtigung:
Öffne einen nur Mitarbeitenden zugänglichen Bereich, schließe ein Firmenfahrzeug auf oder zeige geeignete Geschäftsunterlagen. Sensible Daten solltest du dabei selbstverständlich verdecken.
Plane die Aufnahme vorher. Das Video muss in einem Durchgang entstehen. Gerade bei Unternehmen ohne Ladenlokal lohnt es sich, den Weg von der Umgebung zum Arbeitsplatz und zu den geschäftlichen Nachweisen genau zu überlegen.
Google gibt an, dass die Prüfung bis zu fünf Arbeitstage dauern kann. Wird das Video abgelehnt, kannst du die angegebenen Probleme prüfen und eine neue Aufnahme einreichen.
Ein vorhandenes, unbestätigtes Profil beanspruchen
Findest du bereits einen Unternehmenseintrag, der noch nicht bestätigt wurde, kannst du direkt Anspruch darauf erheben.
Wähle in Google Maps beziehungsweise im Unternehmensprofil „Inhaberschaft für dieses Unternehmen geltend machen“ oder „Jetzt verwalten“. Anschließend folgt die Verifizierung über eine der von Google angebotenen Methoden.
Vorhandene Bewertungen und öffentlich sichtbare Informationen bleiben dabei grundsätzlich bestehen. Du übernimmst die Verwaltung des existierenden Profils, statt einen neuen Eintrag zu erzeugen.
Das Profil wird bereits von jemand anderem verwaltet
Manchmal existiert ein bestätigtes Profil, auf das du keinen Zugriff hast. Häufig liegt es bei einer früheren Agentur, einem ehemaligen Beschäftigten, einem früheren Inhaber oder einem unbekannten Google-Konto.
Rufe die Einrichtungsseite auf, suche nach deinem Unternehmen und wähle „Zugriff anfordern“. Fülle das Formular aus und beantrage die Inhaberschaft.
Der aktuelle Profilinhaber wird von Google informiert und hat drei Tage Zeit, auf die Anfrage zu reagieren. Wird sie genehmigt, erhältst du Zugriff. Wird sie abgelehnt, kannst du unter Umständen Einspruch einlegen. Erfolgt keine Antwort, kann Google dir anschließend die Möglichkeit anbieten, das Unternehmen selbst zu bestätigen. Diese Option steht allerdings nicht in jedem Fall zur Verfügung.
Sobald du Zugriff hast, solltest du die Rollen kontrollieren. Entferne ehemalige Dienstleister oder Mitarbeitende nur, wenn sie tatsächlich keinen Zugriff mehr benötigen. Teile niemals dein Google-Passwort. Inhaber und Administratoren können jeweils über ihr eigenes Google-Konto hinzugefügt werden.
Ein bestehendes, inaktives Profil optimieren
Ein Unternehmensprofil verliert nicht automatisch seine Wirkung, nur weil lange nichts veröffentlicht wurde. Veraltete oder lückenhafte Informationen schwächen jedoch das Vertrauen und können dazu führen, dass Interessenten abspringen.
Arbeite das Profil deshalb systematisch durch.
- Stammdaten aktualisieren
Prüfe Unternehmensname, Adresse, Einzugsgebiet, Telefonnummer, Website und Öffnungszeiten. Ergänze Sonderöffnungszeiten für Feiertage, Betriebsferien oder Veranstaltungen.
Schon kleine Abweichungen zwischen Website, Profil und anderen Verzeichnissen können unnötige Unsicherheit erzeugen.
- Kategorien überprüfen
Kontrolliere, ob die Hauptkategorie dein heutiges Kerngeschäft noch korrekt beschreibt. Ergänze passende weitere Kategorien, ohne wahllos jede entfernte Leistung auszuwählen.
- Leistungen und Produkte eintragen
Beschreibe deine wichtigsten Angebote verständlich und konkret. Verwende Begriffe, nach denen deine Kunden tatsächlich suchen, ohne Texte mit Keywords zu überladen.
- Unternehmensbeschreibung überarbeiten
Nutze die Beschreibung, um kurz zu erklären:
- Was bietet ihr an?
- Für wen arbeitet ihr?
- In welcher Region seid ihr tätig?
- Was zeichnet euch aus?
Verzichte auf reine Werbeslogans. Eine präzise Beschreibung hilft Menschen und Google deutlich mehr.
- Aktuelle Fotos ergänzen
Lade echte, hochwertige Bilder von Team, Standort, Produkten, Projekten oder Arbeitsprozessen hoch. Fotos sollten dein Unternehmen realistisch zeigen und Kunden bei ihrer Entscheidung helfen. Google empfiehlt ausdrücklich unternehmensspezifische Bilder, die relevante Merkmale des Betriebs sichtbar machen.
- Bewertungen aktiv betreuen
Beantworte neue und ältere Rezensionen. Bedanke dich für positives Feedback und reagiere auf Kritik ruhig, konkret und lösungsorientiert.
Bewertungen sind kein Bereich, den du einmal „fertig optimierst“. Sie leben vom kontinuierlichen Austausch.
- Beiträge und Neuigkeiten veröffentlichen
Über Beiträge kannst du aktuelle Angebote, Veranstaltungen, Projekte oder Neuigkeiten direkt im Profil teilen. Achte auf relevante, aktuelle und rechtlich zulässige Inhalte.
Ein Beitrag pro Woche ist keine Pflicht. Regelmäßige, sinnvolle Aktualisierungen sind wertvoller als hektisch produzierte Inhalte ohne Mehrwert.
Das Profil dauerhaft pflegen und schützen
Ein Google-Unternehmensprofil ist keine einmalige Einrichtung. Kontrolliere regelmäßig:
- Sind alle Informationen aktuell?
- Gibt es neue Bewertungen oder Fragen?
- Hat Google Änderungen vorgeschlagen?
- Funktionieren Website und Telefonnummer?
- Sind noch alle Nutzerzugänge berechtigt?
- Wurde eine erneute Verifizierung verlangt?
Google kann nach größeren Änderungen, etwa an Name, Adresse oder Unternehmenskategorie, erneut Nachweise anfordern.
Mindestens zwei vertrauenswürdige Personen sollten Zugriff auf das Profil haben. So bleibt das Unternehmen handlungsfähig, wenn ein Konto ausfällt oder ein Mitarbeitender das Unternehmen verlässt. Google empfiehlt außerdem, alle Standorte aktiv zu beanspruchen, weil unverwaltete Profile anfälliger für unberechtigte Änderungen sind.
Fazit: Sorgfalt zahlt sich aus
Ein gutes Google-Unternehmensprofil beginnt mit korrekten Daten und einer erfolgreichen Verifizierung. Seine volle Wirkung entwickelt es durch aktuelle Inhalte, aussagekräftige Bilder, gepflegte Leistungen und einen professionellen Umgang mit Bewertungen.
Gerade die Einrichtung und Beanspruchung können komplizierter sein, als Google es in seiner Kommunikation erscheinen lässt. Prüfe deshalb zuerst, welche Ausgangssituation vorliegt: neues Unternehmen, vorhandener unbestätigter Eintrag, fremdverwaltetes Profil oder ein eigener, lange inaktiver Account.
Mit einer sauberen Struktur und regelmäßiger Pflege wird aus einem einfachen Karteneintrag ein wichtiger Kontaktpunkt zwischen deinem Unternehmen und potenziellen Kunden.
Für die einzelnen Schritte können wir leider keine „Garantie“ geben. Alle Infos gelten aktuell so in der Regel – können aber im Einzelfall abweichen. Selbstverständlich gehen wir den Prozess mit euch gemeinsam durch, falls gewünscht!
