Julia Collard & Sven Schnitzler
Warum ich als Coach #Instagram nutze

Warum ich als Coach #Instagram nutze

#33 Gastbeitrag von Sascha Lippe

Das ist um ehrlich zu sein eine gute Frage. Als mich mein Netzwerk von Doppel(t)spitze hierzu anfragten, habe ich ganz entspannt zugesagt.

Einfach weil ich total begeistert bin von #Instagram.

Doch nun sitze ich hier und versuche mal meine Begeisterung in Worte zu fassen.

Gründe für „Insta“, wie ich es fast liebevoll nenne, gibt es so viele.

Es ist aktuell das soziale Netzwerk, welches am schnellsten wächst. Aktuell nutzen allein in Deutschland über 18 Mio. Menschen täglich Instagram. Besonders beliebt ist das Netzwerk bei Menschen zwischen 14 und 29 Jahren. Aber auch die über 30-Jährigen finden vermehrt auf die Plattform.

Auch die Zeit, die der einzelne Nutzer bei „Insta“ verbringt, steigt kontinuierlich an.

Zudem ist Instagram wundervoll einfach mit seinem Feed, den Stories und den Lives strukturiert.

Kein wildes Hin und Her und zig Optionen wie auf Facebook. Man wird hier nicht überflutet mit Informationen, sondern kann diese kanalisiert schnell und effizient aufnehmen.

Die Informationsüberflutung war übrigens ein Grund, warum ich weniger Facebook nutze. Erst danach kamen Datenskandale und zu viel Werbung.

Phase 1: Die Kontaktaufnahme mit dem Medium einer anderen Generation.

Wer mich kennt, der weiß ich bin alt. Nicht steinalt, aber eher so mittelalt. Geboren bin ich Jahrgang 77, also am Ende der Generation “X”, im Herzen war ich immer ein Mensch der Generation “Y“.

Instagramnutzer sind im Wesentlichen zwischen 14 und 29 Jahre alt.

Mein erster Gedanke war damals „Autsch“

Also Generation “Z“.

Warum sollte ich mich damit auseinandersetzen?

Ganz einfach. In meinem Leben gibt es viele Gründe sich mit den aktuellen Themen der heutigen Generation “Z“ auseinander zu setzen.

Ein Teil meiner Familie, Cousins und Cousinen sind in diesem Alter, einige Kinder von Freunden (die, die früh angefangen haben), zu einigen Generation “Z“ habe ich Kontakt durch meine Hobbies wie meiner Theatergruppe.

Und natürlich möchte ich diese Generation auch als meine zukünftige Zielgruppe für meinen Bereich als Coach verstehen.

Als Coach für Weiterentwicklung von Unternehmen und Menschen habe ich aktuell vor allem mit Menschen zwischen 40 und 60 Jahren zu tun.

Doch ich selbst möchte diesen Job noch ganz lange machen. Mindestens 20 Jahre, vielleicht auch länger.

In jedem Gespräch mit der Führungsabteilung einer Firma predige ich die Offenheit für Veränderungen. Die Chancen der Digitalisierung, die frischen Impulse der gerade in die Arbeitswelt einsteigenden Generation “Z“.

Wie kann ich mir dann anmaßen, mich selbst als Coach vor Veränderungen zu versperren? Zumal wir hier nicht von einer klassischen Veränderung reden. Es ist vielmehr eine Weiterentwicklung. Eine Weiterentwicklung von bereits bestehenden Plattformen.

Ihr wisst schon, ich bin eher mittelalt. Ich bin mal vor Ewigkeiten mit StudiVz aufgewachsen, oder MySpace. Gibt es beide schon lange nicht mehr. Deren Nachfolger war damals das junge, rebellische Facebook. Das, was heute vor sich hindümpelt und gerade abgelöst wird von…. #Instagram

Zum Glück bin ich ein Mensch, den neue Dinge reizen, und der sich vor allem für Menschen und Kommunikation interessiert.

Phase 2: Der erste Kontakt

Die erste Kontaktaufnahme mit „Insta“ vor zwei Jahren geschah rein privat. Ich ließ mir von meinem „Buddies“ der Generation “Z“ die App erklären. Und viel wichtiger: Was reizte sie daran?

Schnell fand ich heraus, dass es um mehr ging, als schöne Bilder.

Es ging darum am Leben der Anderen teilzuhaben, aber ohne schwerfällig irgendwelche Texte schreiben zu müssen. Das Teilen des eigenen Lebens sollte über die Kraft der Bilder, Stories und der Lives passieren.

Zudem fanden alle meine Kontakte die Einfachheit der Plattform wichtig. Sie waren es leid sich durch die tägliche Informationsflut auf den diversen Kanälen zu klicken und sich ständig im Nirvana des Internets zu verlieren.

Siehe da, mein erster Eindruck von Instagram wurde also von meiner Zielgruppe bestätigt.

Instagram ist schnell und einfach und lockt mit persönlichen Stories, individuellen Lives und schönen Bildern.

Ihr wisst jetzt nicht so recht, wovon ich spreche?

Zur Struktur von Instagram:

Insta bedient im Wesentlichen drei Bereiche: Den Feed, den Stories und dem Live

  • Im Feed postet man vor allem ausdrucksvolle Bilder zu seinem Leben, oder seinem Business. Hier hat man die Chance seine Message mit einem Text zu bekräftigen. Zudem lebt Insta inflationär von Hashtags. Während auf Twitter maximal 2-3 als okay gelten, werden es auf Instagram schnell mal 8, oder 10. Es gibt eben viel Auswahl dort.
  • In den Stories gibt man dann persönlichere Einblicke von sich. Man teilt mit Videos seine Gedanken, zeigt seinen Alltag, oder startet Umfragen, Frageboxen oder andere Funktionen, die die Follower aktivieren.
  • Die Lives sind dann die Krönung oben drauf. Hier kann man in Live Videos von bis zu einer Stunde sich, seine Welt und seine Themen mitteilen. Und dies nutzen die “Z“ als das neue Fernsehen. Statt Pro7, oder Youtube schauen viele junge Leute Insta Lives und Stories. Und das stundenlang.

Phase 3: Wie kann ich als Coach Instagram nutzen?

Nun war ich also privat aktiv, teilte meine Bilder und nutze Hashtags. So weit, so gut. Wie konnte an nun diese Plattform, die mir privat so viel Spaß machte also für das Business nutzen?

Als ich mir diese Frage stellte, war #Instagram gerade im Umbruch. Die Stories waren geboren. (s.o.)  Insta Stories sind das neue Salz in der mittlerweile etablierten Instagram Suppe. Da irgendwann der Reiz der Bilder bei den Nutzern nachließ, benötige Instagram einen neuen Impuls. Die Stories. Inspiriert von anderen Bereichen (YouTube, Vimeo, Snapchat) nutzt Instagram nun die Option kurze Filme über sich selbst hochzuladen, um mehr über sich zu erzählen. Die Stories.

Da machte es klick.

Was für eine tolle Chance, mehr über mich und mein Unternehmen zu erzählen, von meinem Alltag als Coach, Trainer, Dozent.

Aber: Auch etwas von meiner privaten Seite. Den Instagram bietet dir eben auch eine ganz andere Chance. Dich als Mensch zu zeigen.

Weg von den gestellten Werbekampagnen im Internet, weg von perfekt formulierten Blogs voller Fachbegriffe und Kompetenz. Auf Instagram erleben deine Follower dich als Mensch, der nicht perfekt ist.

Erlebt ihr so etwas auf Twitter von Businessmenschen? Oder in Blogs?

Ich nicht. Es gibt wirklich nur selten positive Ausnahmen. Alle Welt da draußen versucht perfekt zu sein und sich optimal darzustellen. Damit sind aber auch alle gleich. Gleich langweilig, gleich aufgestellt. Gefühlt ein bisschen austauschbar.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich liebe meine Twitter Community, schätze sehr mein Netzwerk. Aber genau diese Menschen in meinem Netzwerk zu haben war harte Arbeit. Da es auf Twitter doch sehr spammy zugeht und sich eben viele User dort eher nicht authentisch geben.

Auf Instagram ist es völlig normal sich von einer anderen Seite zu zeigen. Und im Gegensatz zu allen anderen Plattformen ist es dort nicht nur akzeptiert, es ist normal.

Auf Instagram kann ich also neben Coach auch noch eins sein MENSCH!

Mensch als Vater, Mann, mit guter Laune, oder mit mal schlechter Laune. Mal verschnupft, mal voller Energie. Ich muss nicht immer perfekt sein. Denn so ist das Leben nicht.

Instagram hat eins geschafft, was keine andere Social Media Plattform geschafft hat:

Man zeigt sich so, wie man ist. UMGESCHMINKT. OHNE HOCHGLANZ.

Phase 4: Da machte es klick.

In diesem Moment hat sich meine Instagram Nutzung verändert. Wo ich zuvor nur Bilder hochgeladen habe, die meinen bestehenden Content publishten (meine Blogs, meine Internetseite etc.) und mir nur überschaubar viel Aufmerksamkeit brachten, lade ich nun wie selbstverständlich Stories hoch, während ich Zeit mit meiner Tochter verbringe, wie ich morgens das Singen der Vögel nach dem Aufstehen genieße und wie ich mittags Rad fahre.

Was das mit mir als Coach zu tun hat? Alles!

Ich coache viele Menschen primär in Weiterentwicklung. Entweder in ihrem Job auf dem Weg auf ihrer Karriereleiter, oder durch das Unternehmen, welches Themen weiterentwickelt und ihre Mitarbeiter bei diesen Prozessen mitnimmt.

Ein Thema ist dabei aber immer dabei: Achtsamkeit.

Viele Coachees kommen völlig gestresst zu mir. Meistens sind sie Führungskräfte (oder hohe Fachkräfte) mit einer hohen Verantwortung, zudem meist mit Familie und anspruchsvollen Hobbies. In diesem Hamsterrad funktionieren viele Menschen irgendwann nur noch. Sie haben verlernt achtsam zu leben. Jeden Tag spulen Sie gehetzt ihr Programm ab. Viele Dinge werden zu Pflichten, die Sie im „Autopilot“ erleben.

Dank Instagram wissen meine Coachees vor allem eins:

Mein Coach „lehrt“ nicht Achtsamkeit, er lebt es erfolgreich selbst.

„Insta“ erlaubt also meinen Coachees an meinem Leben teilzuhaben. Sie wissen genau, wofür ich stehe und wofür nicht.

Wer kann das schon über seinen Coach behaupten?

Und dafür muss ich gar nicht viel tun. Ich bin einfach ich selbst. Und Achtsamkeit ist hier nur ein Beispiel für viele Wege seine Ideen und Kompetenzen als Coach transparent vorzuleben.

Ich nenne euch mal ein Beispiel. Neulich war ich in einer sehr großen Firma und habe einen Tag eine Schulung zu den Vorteilen von Twitter gegeben. Auch von Twitter bin ich sehr überzeugt. Aber eben auf einer anderen Art und Weise.

War ich vor diesem Tag aufgeregt? Nein.

War ich am Tag aufgeregt? Oh ja! Und das teile ich mit meinen Followern. Während ich auf Twitter nur mitteile, dass ich diese Präsentation und Schulung durchführe und bestenfalls nützliche Tipps bekomme (Twitter meine Schatztruhe), teile ich auf Instagram alles zu diesem Auftrag.

Die Vorbereitung, die Anreise, die Aufregung. Alles ist in meinen Stories zu sehen.

Wie ich vielleicht eine Blockade auf Seite 71 der PPT habe.

Wie ich meinen Anschluss am Bahnhof verpasse und umdisponieren muss.

Wie ich abends im Hotel noch mal alles durchgehe. Wie ich vorher aufgeregt bin. Und wie ich mich am Ende des Tages über eine erfolgreiche Arbeit freue.

Und Instagram bietet einen weiteren Vorteil. Ich kann sehr einfach die Community mit einbeziehen.

So haderte ich mit zwei Layoutentwürfen für meine Präsentation. Also gab ich einfach beide Entwürfe als Abstimmung in die Community. Und bekam ein klares Echo zurück. 76 % aller Stimmen meiner Follower waren für Layout „B“, nur 24 % für Layout „A“. So einfach können Entscheidungen manchmal sein.

Natürlich wahre ich die Diskretion meines Auftraggebers. Das Gesetz gilt auch bei Instagram. Aber ich zeige meinen Followern, dass auch ich nur ein Mensch bin. Ein ganz normaler. Kein Superheld, der immer als „mit links“ schafft. Sondern jemand, der mit Leib und Seele seinen Job macht und sein Ikikgai darin gefunden hat, Menschen zu unterstützen und weiterzuentwickeln.

Wer lieber etwas steriles in Hochglanz Abgebildetes buchen möchte, der wird eher nicht über mich stolpern.

Wer aber einen Mensch mit Leidenschaft für „seine“ Sache sucht, der ist bei mir richtig.

Instagram ist die Möglichkeit genau diese Seite von mir zu zeigen. Diese Leidenschaft, weit weg von Hochglanzbroschüren.

Und deshalb nutze ich Instagram als Coach so gerne.

Autorenprofil

Sascha Lippe ist Coach, Sparringspartner und Konfliktlöser mit der Erfahrung aus 2 ganz unterschiedlichen Bereichen mit viel gegenseitiger Bereicherung

  • Sanitäter beim DRK

  • Bankkaufmann

  • Führungspositionen beim DRK

  • Bankfachwirt und Betriebswirt

  • Weiterbildungen in den Bereichen Rhetorik, Gruppendynamik, Teamentwicklungen, Führung, Change Management, Systemisches Business Coaching, Führungskräfteausbildung, Konfliktlösung, Mediation und Wirtschaftsmediation

www.saschalippe-consulting.de

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