„Meine Erwartungen an den Workshop sind, dass ich nicht mit englischen Fachbegriffen zugeballert werde und nichts verstehe.“ Was so selbstverständlich klingt, hört sich in unserem letzten Mediencoaching-Workshop „Social Media für Starter“ ein wenig verzweifelt an. Denn jeder, der sich schon länger mit Smartphone, Tablet, Videokonferenz, Apps und Social Media befasst, nutzt eine eigene Sprache.

 

Fragen über Fragen

 

  • Was ist ein Post, ein Like, ein Share?
  • Wofür brauche ich einen Hashtag, wie tagge ich Personen und wie messe ich Conversions?
  • Welche Medientechnik benötige ich für welche Anwendungen und ist das Ganze dann wirklich sicher, wahr und alltagstauglich?
  • Erzeugen Medien Mehrwert und Erleichterung oder Abhängigkeit und Isolation?

Die Erfahrungen, die wir mit fortgeschrittenen Kunden machen, haben wir um den Aspekt der Selbstverständlichkeit gekürzt und noch einmal ganz von vorne angefangen.

 

Beispiel Digitalpakt – Mediencoaching in Schulen

 

Der Digitalpakt ist die Chance, das Lernerlebnis an Schulen zu optimieren. Wie gut oder schlecht das läuft – darüber ist ausreichend diskutiert worden und es ist zu hoffen, dass diese Diskussion noch lange nicht am Ende angekommen ist. Es ist wichtig, sie konstruktiv weiterzuführen. Denn was hier geplant worden ist – ein umfassende Ausstattung der Schulen in Deutschland mit moderner Kommunikations- und Präsentationstechnik – ist eben nur ein erster Schritt in Richtung digitales Lernen.

Wirklich gutes digitales Lernen funktioniert multimedial. Es funktioniert, indem das ganze Lernen nicht mehr ortsgebunden oder zeitgebunden ist, sondern selbstständig, kreativ, kritisch und kollaborativ.

Darum bedarf es auch – da hat der Digitalpakt sehr zögerlich nachgerüstet – zum einen der Schulung von Lehrerinnen und Lehrern in Sachen Medientechnik und Einsatz der neuen Geräte, zum anderen aber auch braucht es nachhaltige Lehr-Lernkonzepte. An genau der Stelle steigen wir als Mediencoach ein. Wir kommen eben nicht mal für einen Workshop in die Klasse, sondern begleiten ein Schuljahr, eine Projektreihe, einen Zeitraum, in dem wir gemeinsam mit den Lehrern und Schülern Veränderung wahrnehmen und bewerten können. Wenn aus den Pilotprojekten und den Corona Notfallprogrammen echte Lernprogramme werden – dann erst ist ein Schritt Richtung neues Lernen geschafft.

Während Schülerinnen und Schüler Experten im Bereich Social Media Anwendung (!) sind, sind Lehrerinnen und Lehrer Experten in (analoger) Didaktik – das zusammenzubringen ist unser Ziel. Auch hier gilt: Wir wollen Wissen teilen, gemeinsam zu neuem interaktiven Lernen kommen und gemeinsam zu neuen Lehrmethoden für die Zukunft. Die Chance war nie so groß.

Dazu bedarf es Offenheit und Vorurteilsfreiheit auf beiden Seiten und die Möglichkeit Fehler machen zu dürfen. Nicht wirklich etwas, was in unserem Bildungssystem systemrelevant ist…

 

Corona im Pflegeheim – Mediencoaching für Senioren

 

Isolierte Menschen in Altenheimen – die Situation im Frühjahr dieses Jahres war unvorstellbar traurig. Wenn man selbstständigen, lebenserfahrenen Menschen verbieten muss, ihr Leben so weiter zu führen, wie sie selbst es wünschen.  Ob da Tablet und Co helfen können? Wir glauben schon. Natürlich ersetzt das weder den persönlichen Besuch noch die Umarmung. Aber es eröffnet neue Lebenswelten. Es bietet Austausch, Kontakt und Kommunikation – gerade letzteres ist unfassbar wichtig im Hinblick auf emotionale und geistige Fitness.

So zum Beispiel im Projekt „Meine Welt in 360°“. Wenn Enkelkinder und Kinder mit 360° Kameras auf die Reise gehen und die Welt draußen für Opa oder Oma aufnehmen. Vielleicht ist es der erste Schultag, der Geburtstag, ein Familienfest oder einfach die Straße, in der die Menschen früher gelebt haben. Wenn im Seniorenheim dann via VR Brille das Leben draußen miterlebt werden kann – dann ist das schon ein Stück Freiheit.

Gleiches gilt im Alltag für die Nutzung von Tablet und PC, um via Videocall viel näher an Verwandten und Bekannten zu sein, als es nur mit dem Telefon möglich wäre. Aber das funktioniert eben nicht mit einer einmaligen Erklärung – und das YouTube Video  (für viele Tutor, Coach und Wissensgeber in eine) ist auch oft (noch) nicht das Medium der Wahl.

Das können wir ändern – mit einem Mediencoaching, das ganz kleinschrittig und niederschwellig an einfache Funktion heranführt. Mit didaktischen Materialien, die visuell an Schritte und Klicks erinnern, mit Beispielen, die die Angst vor den Weiten des Internets vergessen lassen.

Wenn es dann doch endlich das YouTube Video ist, das morgens die Rückengymnastik ins Wohnzimmer bringt, oder die App, die täglich neue Kreuzworträtsel vorschlägt, dann macht Digitalisierung auch im Alter Spaß. Nicht zuletzt retten Apps für den Notfall und die Medikamenteneinnahme Leben.

Die Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal, das sich großartig, aber immer mit viel zu wenig abgemessener Zeit um die Menschen kümmern kann, und Ehrenamtlern, die unsere Funktion als Coach idealerweise langfristig mit übernehmen, ist perfektes generationenübergreifendes Teilen von Wissen.

 

So früh schon? – Mediencoaching in der Kita

 

Bei unseren Kita-Projekten scheiden sich die Geister. Muss das sein? Medien im Kindergarten?

Wir finden: ja, natürlich! Wir wissen, dass meist dort lautstark protestiert wird, wo Kinder nachmittags vor Fernsehern und Tablets geparkt werden. Das ist definitiv das Gegenteil von Medienpädagogik. Uns geht es darum, Erzieherinnen, Eltern und Kinder gemeinsam fit zu machen für einen Alltag, aus dem Tools, KI und Technik nicht wegzudenken sind. Medien sind Werkzeuge der Kommunikation und der Wissensvermittlung und damit per se positiv zu beurteilen – lediglich der falsche Einsatz führt zu Überkonsum, zu Medienstress, zu Missbrauch. Genau da gilt es frühzeitig gute Lernwege aufzuzeigen. Es geht um Medienmündigkeit statt um Mediensucht. Diese Grenze müssen wir kennen und setzen.

Wenn sich Kinder voll und ganz in ein Spiel oder einen Film hineinversetzen können, ist das ein Zeichen für eine gute Konzentrationsfähigkeit – das gilt eben auch für virtuelle Spiele. Computerspiele können die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit sogar gezielt fördern. Zudem haben sie auch positive Auswirkungen auf die Abstraktionsfähigkeit sowie das logische Denken. Es geht wie so oft um das Maß.

Und es geht längst nicht nur um Spaß und Spiel. Denn nicht zuletzt die Kita Schließungen im Frühjahr haben gezeigt, dass wir neue Wege der Kommunikation und der Interaktion benötigen. Der Morgenkreis via Videokonferenz, der Elternbrief via Kita-App, eine sichere Kommunikationsgruppe für Eltern untereinander. Das alles sind Möglichkeiten, die wir gemeinsam mit den Kita-Trägern und allen Beteiligten auf Augenhöhe und im Konsens erläutern und trainieren.

Medien aus der frühkindlichen Erziehung zu verbannen würde viel zu kurz greifen – den richtigen Einsatz können und müssen wir alle gemeinsam verstehen und immer wieder neu ausprobieren. Idealerweise mit den Kindern gemeinsam, denn die wissen ganz genau, was ihnen gefällt und was nicht. Wenn Tools selbstverständlich verfügbar sind, dann werden sie nicht zu einem Suchtobjekt, sondern zu einer von vielen Wissensquellen im Alltag.

Auf „unser“ wirklich großes Projekt in 2021, das wirklich über 12 Monate einen Jahreszyklus Digitalisierung in der Kita umfasst, freuen wir uns genau darum riesig! Das Coaching der unterschiedlichen Zielgruppen wird absolut spannend und auch für uns eine perfekte Lernreise.

 

Personal Media Coaching

 

„Ich würde das lieber nicht in der Gruppe machen“ – auch das eine „Corona-Anfrage“. In unser Bubble sind Zoom Calls, Breakout Sessions, Lunchs and Learns selbstverständlich. Da mag der gestandene Personalleiter nicht wirklich zugeben, dass alles jenseits des physischen Meetingraums für ihn böhmische Dörfer sind. Ganz zu schweigen davon, dass er Instagram, Twitter und Co für überflüssig hält. Kein Problem 🙂

Wenn es Personal Training im Sport gibt, Personal Branding für die Sichtbarkeit – ja dann darf Personal Mediencoaching definitiv nicht fehlen. Im 1:1 Coaching können wir im Crash-Kurs-Verfahren fit machen in Sachen digitaler Kommunikation. Falsche Fragen gibt es nicht und auch das, was sich so simpel anhört, sind gemeinsame Lernreisen. Medien sind darauf angelegt intuitiv zu lernen und sie ganz individuell zu bedienen. Das macht jedes Coaching auch für uns wieder zu einem Neustart. Tatsächlich gibt es auch kaum eine Zusammenarbeit, bei der wir nicht etwas Neues entdecken. Gerade Instagram hat uns in diesem Jahr scheinbar heimlich auf die Probe stellen wollen, in dem es mit munterer Gelassenheit fast wöchentlich neue Features ausgespielt hat und die häppchenweise auch immer mal nur dem einen oder anderen Nutzer. So haben wir bei absoluten Instagram-Startern Funktionen entdeckt, die wir als Oldies heute noch nicht auf dem Bildschirm haben.

Insofern: Mediencoaching heißt es ist nie zu spät für den Start in virtuelle Welten.

 

Zurück zur Buzzwordliste

 

Wissen teilen – das bleibt unsere Maxime und das Erzählen von Geschichten unsere Kernkompetenz. Dass wir dabei zu Mediencoaches geworden sind – das ist eine logische Konsequenz daraus. Denn auf der einen Seiten hören wir (Lebens)Geschichten aus allen Generationen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Auf der anderen Seite verbindet dieser Job perfekt die analoge und die digitale Welt. Die Didaktik aus dem Hochschulbereich findet neue Kanäle der Wissensvermittlung und des gemeinsamen Lernens. Und das ist endlich selbstständig, kreativ, kritisch und kollaborativ.

Wir möchten die Angst nehmen vor dem Einfluss der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt und unser Leben. Den Druck der Veränderung, das Wissen niemals mehr NICHT Lernen zu dürfen wollen wir umleiten in Spaß an intuitivem lebenslangen Lernen. Nicht weniger als das.

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