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„Denk doch mal kreativ.“ „Wir brauchen Lösungen mit Kreativität!“ Gibt es da nicht eine Methode? Das hören wir in Workshops zum Storytelling immer wieder – woher kommen die ganzen Ideen und der Content für alle Kanäle? Wie können wir uns und unsere Produkte immer wieder neu erfinden, darstellen, in Worte verpacken? Ganz einfach: mit Kreativitätstechniken.

 

Kreativitätstechniken –

insbesondere in den Bereichen Marketing und Unternehmenskommunikation arbeiten die meisten Unternehmen damit. Gefühlt schon immer. Wenn es eine kreative Lösung braucht, dann heißt das fast zwangsläufig: „Frag doch mal die vom Marketing.“

Kreativität macht nicht an Abteilungsgrenzen halt und Innovationen brauchen alle Unternehmen in allen Abteilungen. Darum gibt es auch immer neue Tools und Methoden, mit denen wir die Ideenfindung anregen wollen. Innovation kreieren – das ist das Ziel. Wenn es dafür eine Methode gibt – umso besser. Und wie: es gibt 350 Kreativitätstechniken, die als solche benannt und dokumentiert sind.

Einige davon absolut oldschool, andere wiederum der letzte Schrei. Wir haben uns mal durchgeklickt und festgestellt, dass wir noch ein paar ganz andere Creativity Hacks auf Lager haben. Warum uns dieses Thema so wichtig ist? Es geht gar nicht mal nur um den schrillsten Inhalt und den besten Post. Es geht um viel mehr: Für uns als Wissensarbeiter ist unser Hirn unser größtes Kapital. Und das zu trainieren – dazu eignen sich viele dieser Techniken ideal. Selbst wenn wir das heute noch nicht hören wollen: Wir werden alle immer älter und die Zahl an Demenzerkrankungen wird bis 2050 um das Dreifache ansteigen. Ein Patentrezept dagegen gibt es nicht, aber geistige Regsamkeit – am besten noch im Team – ist definitiv ein Gegner von Gedächtnisproblemen.

Also – kreativ ans Werk!

Und eins vorweg: Kreativitätstechniken gehören zu den wenigen Methoden, bei denen „viel hilft viel“ gilt. Es geht darum Ideen in Masse zu produzieren. Quantität statt Qualität – die folgt danach.

 

Die Klassiker

Brainstorming

Den Begriff kennt wohl jeder – die dahinter stehende Methode ist so einfach, wie sich anhört. Ein Sturm weht durchs Gehirn und alles, was er rauspustet, darf kommuniziert, vorgeschlagen, zu Papier gebracht werden. Wie bei fast allen Techniken essentiell: es gibt kein falsch & keine Kritik. Vorteil: überall & jederzeit möglich, keine Hilfsmittel nötig, (fast) beliebig skalierbar. Nachteil: eben keine Hilfsmittel zur Verfügung, Kreativität auf Knopfdruck. Es inspiriert nicht.

Reizwortanalyse

Reizworte – ein beliebiges Wort aus dem Lexikon, das letzte Wort auf der Zeitungsseite oder das, was gerade auf Twitter trendet, wird auf einen anderen Zusammenhang angewendet. Ein Wort so ausreizen, dass neue Zusammenhänge, unterschiedliche Blickwinkel entstehen. Reize setzen, die uns neu denken lassen und die dem Gehirn Anreize bieten. Diese Reizwörter setzen Schlüsselbotschaften frei. Unser Gehirn stellt Bezug zu erlebten oder gesehenen Dingen her, kombiniert diese mit unseren Gedanken und so entsteht eine Geschichte.

Mind Mapping

Ein Wort – unzählige Gedanken. Für uns kein Klassiker, sondern ein Evergreen. Ein Blatt Papier, ein Wort und daraus entstehen mehr Worte, Bubbles, Äste, Bäume. Eine Mindmap wächst und ist deswegen organisch und natürlich.

Die Newcomer

Design Thinking

Im Design Thinking werden klassische Kreativitätselemente in einen Gesamtzusammenhang gesetzt. So können ausgehend von einem gegebenen Problem in einem klar strukturierten und iterativen Prozess Ideen entwickelt werden. Kennzeichnend im Design Thinking sind interdisziplinäre Teams und die Prozessschritte des Verstehens, Beobachtens, der Ideengenerierung und des Prototypings, der in wiederholenden Schleifen zu einer ständigen Verfeinerung der Idee führt. Hört sich sehr schematisch an? Genau das ist auch die Kritik am Design Thinking: Ideen aus der Legebatterie in einem mobilen Raumkonzept. Und relativ ressourcenintensiv!

Lego Serious Play

Endlich müssen wir nicht mehr nachts heimlich ins Kinderzimmer schleichen – wir bekommen unsere eigenen Figuren! Kreatives Spiel – das die Idee von Lego Serious Play (wann ist spielen nicht kreativ??). Als Vorzüge von LSP gelten die Förderung von Kreativität und Innovation durch das Modellieren mit den Händen sowie die Verbesserung der Kommunikation über die begreifbaren Legomodelle. Es geht um die Hand-Gehirn-Verbindung, die wir im Unternehmensalltag kaum mehr trainieren. Allerdings hilft das Plastikstein-Set allein der Kreativität noch nicht auf die Sprünge – gerade bei LSP braucht es einen wirklich guten Trainer.

Sketchnotes

Keine klassische Kreativitätstechnik, aber eine Ergänzung aller sprachlichen und verbalen Methoden. Die Ideenvisualisierung kombiniert Wort, Bild und Struktur und schafft so bildlich das, was der ein oder andere vielleicht sonst nicht greifen kann. Menschen nehmen unterschiedlich war – Sketchnotes erlauben eine Reduktion von Text zugunsten von Bildern, die uns leichter Gesamtzusammenhänge erfassen lassen. Elemente des Comics, der Buzzwords und der einfachen Sprache passen zu unserer Zeit, in der wir schnell und bunt Informationen mitnehmen möchten. Sketchnotes lassen begleitend zu Ideenfindungsprozessen ganz eigene Bilder entstehen – insbesondere für die Phase der Verdichtung und Auslese absolut wertvoll!

 

…wenn Doppeltspitze kreativ wird

Sven

Alle Tools und Techniken mögen ihre Berechtigung haben. Eines ist aber ganz wichtig für meine kreativen Prozesse – gerade, wenn wir viel in Meetings und auf Workshops unterwegs sind oder der Tag einfach nur unvorhersehbar war: Ruhe. Pause. Luft.

Für mich ist das der Boxsack, an dem ich gleichzeitig Energie im Überfluss verschwenden und so konträr das klingt auftanken kann. Dazu Musik auf den Ohren, die je nach Stimmung mit mir gemeinsam schreit oder dröhnt. Dabei kommen mir die besten Ideen. Es boxt das Hirn erst frei und setzt die Reize des Tages dann neu zusammen. Das erzeugt kreative Impulse. Und danach (oder alternativ, weil der Boxsack ja auch mal eine kreative Pause braucht) der Blick aufs Aquarium. Die Musik auf den Ohren darf dann auch mal ruhigere Töne anschlagen. Ich hätte nie gedacht, wie entspannend es sein kann, den Fischen bei ihrem Wasserspiel zuzuschauen. Da fließt Energie aus den Bewegungen und diesem stolzen Dahingleiten in neue Ideen.

Julia

Die Kreativzone? Eigentlich ist es für mich immer der Liegestuhl am Strand. Bei entsprechender Wetterlage von morgens bis abends unterbrochen von einem Sprung ins Wasser, Powerschwimmrunde und einem guten Buch. Dabei kann ich Gedanken (k)reisen lassen und neue Ideen kreieren. Aber weil der Strand leider ja nicht immer verfügbar ist, verbinde ich das praktische mit dem innovativen: monotone, wiederkehrende Tätigkeiten regen das Hirn an. Also kann ich unglaublich gut kreativ putzen. Wirklich! So entsteht die Idee beim Wäsche falten oder beim Staubsaugen. Wiederentdeckt habe ich aber auch das Spazierengehen für mich. Es ist anders als Fitnesstraining und Laufen. Einfach mal eine ordentliche Strecke gehen, die man sonst schnell mit dem Auto fährt. Das macht Luft im Kopf, Platz für Neues und entspannt.

Zusammen doppelt kreativ

Wir haben auch gemeinsam unsere Kreativitätstechniken entwickelt. Allen voran unser Kreativkaffee. Dafür gibt’s im Büro, im Home Office und unterwegs auch immer einen Wechsel der Location – auch wenn es nur vom Schreibtisch zur Sitzecke ist. Wenn wir Kaffee trinken, spielen wir Ideen-PingPong. Dann geht es ans Whiteboard oder an den Notizblock und nach Möglichkeit haben alle technischen Geräte Pause.

Unser geliebter Begleiter: der Stau. Wir haben uns abgewöhnt, uns darüber aufzuregen, dass die Strecke zwischen unseren Standorten die wohl stauträchtigste Deutschlands ist. Meistens zumindest. Denn das Auto hat einen Vorteil: wir können reden, ohne dass jemand stört. Und wir müssen zuhören, denn es kann ja keiner weglaufen. Also entstehen Ideen für Posts, Tweets, Artikel und Workshops bei uns gerne auf der A1 oder der A57.

Und die Sache mit dem Spiel – die haben wir beide im Blut und müssen das nicht so sehr trainieren. Wenn unsere Kinder trotz ziemlichen Altersunterschieds die Puppe das zur Rutsche umfunktionierte Bild runterrutschen lassen oder wir selbst die ersten sind, die das Fussballtor beim Kindergeburtstag einweihen – dann haben wir uns kreatives Spiel wohl erhalten. Und lassen uns da gerne anstecken!

 

Fazit

Auch wenn oder gerade weil es 350 Methoden gibt: Auf Knopfdruck kreativ sein bleibt schwierig… Nicht umsonst ist die Frage der Dynamic Capabilities – nämlich wie und wann ein Unternehmen besonders innovativ ist und bleiben kann –  nach wie vor nicht geklärt.

Wenn wir im Team die Frage stellen, ob sich jemand für kreativ hält, dann schauen wir oft in verhaltende Gesichter. Kreativität ist als Einstellungskriterium fast so selbstverständlich geworden wie Teamfähigkeit und Eigenverantwortung. Jeder sollte das haben… Und doch sind es genau diese Bereiche, die uns im Alltag vor die größten Herausforderungen stellen.

Damit ist es mit der Kreativität wie mit dem Sport: es hilft nur dauerhaftes Training und das Setzen immer neuer Reize. Damit ist es auf jeden Fall sinnvoll, möglichst viele der 350 Methoden auszuprobieren, zu verwerfen, zu wechseln und neu zu starten.

Wir empfehlen fürs Team einmal pro Woche Gleichgewicht plus Brain: spielt mal gemeinsam „Ich packe meinen Koffer“ auf einem Bein. Das trainiert Konzentration, Zusammengehörigkeit und Merkfähigkeit. Alles zusammen gute Voraussetzungen für nachfolgende kreative Prozesse. Oder stellt euch öfter im Team in den Stau. Spielt dabei „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Die beste Reizwortanalyse überhaupt. Es kommt nicht allein auf die Technik an, sondern auf die Möglichkeit sich zu entfalten und Raum zu haben, die Gedanken schweifen zu lassen. Dann klappt auch das nächste organisierte Brainstorming. Und wenn nicht – dann spielt eine Runde und versucht es wieder.

Training ist Arbeit. Aber gutes Training zeigt immer auch Erfolge!

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