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Eigentlich wollten wir etwas Gutes tun – denn kennengelernt haben wir uns über ein ehrenamtliches Projekt. Und bestimmt tun wir jetzt auch was Gutes. Nur anders. Wir sind Kommunikationsprofis mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Und mit Stärken, die sich ganz sicher ergänzen! Also auf zu neuen Zielen!

 

Doppeltspitze: Torsten, was macht ein Moderator ohne Bühne während Corona?

Torsten Schröder:

Neue Wege gehen natürlich. Ich habe noch nie nur eine Sache gemacht und jetzt gerade habe ich ganz viel Zeit, um meine Ideen, ja fast Träume zu verwirklichen, zu denen ich sonst nie in dieser Intensität gekommen wäre. Man mag fast denken, dass ich ein bisschen zu viel Zeit hatte, weil ich wirklich gerade mit ganz vielen neuen Projekten in den Startlöchern stehe. Meine neusten Videos sind gerade fertig geworden. Zum 1. Mai ist meine Podcastreihe gestartet, meine eBooks sind online, ich habe neue Landingpages gestaltet und bis zum nächsten Buch, in das ich sehr viel von meiner Geschichte gepackt habe, dauert es auch nur noch ganz kurze Zeit. Daneben laufen meine Tanzkurse soweit möglich weiter.

 

Doppeltspitze: Verstanden – Du bist also Moderator, Speaker, Autor, Tanzlehrer, Podcaster, Sprecher, Werbestar… wie passt das alles zusammen?

Torsten:

Es hat alles eine Basis: das Sprechen. Nehmen wir als erstes einmal den Speaker – niemand ist vom Ausbildungsberuf her „Speaker“ – zumindest nicht dem Verständnis nach, das wir heute von einem Redner haben, der Säle und Hallen füllt allein mit seiner Wortgewalt und seiner Präsenz. Um dorthin zu gelangen braucht es einiges mehr. Von der Sprechtechnik bis hin zu den Erfahrungen oder dem Wissen, den Themen über die man spricht. Und genau darum passen alle meine Rollen und Angebote wirklich ganz generisch zusammen.

Als Tanzlehrer beherrsche ich die Körpersprache – ich weiß meinen Körper einzusetzen und den meines Gegenübers zu führen. Und ich kann diese Art des Sprechens von Menschen mit ihren Körpern weiter vermitteln.

Als Autor nutze ich meine Stimme indirekt. Ich kann Dinge viel überlegter zu Papier bringen, noch einmal nachlesen und korrigieren. Ich kann Aspekte vertiefen und strukturieren.

Als Moderator wiederum kann ich genau das nicht – hier braucht es Spontanität, Situationskomik, Schlagfertigkeit, sofortige Reaktion auf den Gegenüber und das Umfeld.

Als Podcaster mache ich etwas, was für das Sprechen sehr essentiell ist: ich höre zu. Auch das ist Sprachkompetenz: das Sich einlassen, das Lernen, das Schweigen ist die vielleicht intensivste Art des Sprechens.

Und dann wieder fast am anderen Ende einer Skala von Sprechvariationen liegt der Werbetext, der kurz und pointiert übertreibt, der laut und direkt ist.

Alles ein Tanz mit der Sprache, um Menschen mit allen Sinnen zu erreichen. Für mich passt das perfekt zusammen!

 

Doppeltspitze: Wie laut muss man im Scheinwerferlicht sein – egal in welcher Deiner Rollen?

Torsten:

Gar nicht. Ich bin nicht laut. Ich bin – wenn ich nicht in meiner Bühnenrolle bin – ein sehr sensibler, leiser Mensch, der auf Zwischentöne achtet, der beobachtet. Daraus schöpfe ich meine Energie und meine Ideen. Meine Fähigkeit liegt im Umschalten. Scheinwerfer an – Präsenz – Haltung – Stimme. Diese Elemente gehören für mich zusammen. Und dann verstelle ich mich auch nicht – nein, aber dann zeige ich die Seite, die man vielleicht von einem Moderator am ehesten erwartet. Bestimmt habe ich auch darum meine so diversen Projekte. Damit jede meiner inneren Stimmen ihren Weg nach draußen findet.

 

Doppeltspitze: Deine Projekte außerhalb der Bühne: „Atemholzeit“ – „Das 4×4 der Führung“ – „Aus der 2 Reihe tanzen“ greifen mir einmal raus. Hast Du zu jedem Projekt ein paar Insights für uns?

Torsten:

Atemholzeit ist mein Podcast. Mein Durchatmen mit Gästen, die aus den unterschiedlichsten Branchen kommen. Ich habe in den ersten drei Folgen durchgeatmet mit Nadine Utsch über Yoga, mit David Kadel über Fußball, Gott und die Welt und mit Reiner Petek über die Bergluft. Einen Podcast zu moderieren, sich auf Interviewpartner einzulassen, sie über ihre Stimme kennenzulernen und mit ihnen ohne visuellen Kontakt zu interagieren – das ist eine tolle Erfahrung.

Das 4×4 der Führung ist mein Buch über den Spagat zwischen dem Tanz und der Personalführung. Vielmehr ist es die Verbindung diese Bereiche. Es ist frappierend, wie viel übertragbar ist vom Tanz in den Businessalltag. Sich aufeinander zu verlassen ist essentiell. Um geführt zu werden, um sich führen zu lassen. Im Tanz gibt es immer auch ein Wechselspiel von Führen und Geführt werden. Selbst wenn es so oft heißt „der Mann führt“ – ganz viele Tänze leben von der Symbiose, der Verbindung und auch den Gegensätzen der Rollen und genau das können wir perfekt für neue Führungsstile auf Augenhöhe im Job nutzen. Tanz lebt von etwas, was auch für den Berufsalltag noch viel stärker in den Vordergrund gehört: vom gegenseitigen Respekt, der immer absolutes Vertrauen und niemals Angst voraussetzt.

Und dann noch das Tanzen aus der 2. Reihe – meine persönliche Geschichte. Warum es darum geht nicht aufzugeben. Warum eine Second best Lösung immer noch besser ist als keine. Ich habe meine Jobs oft bekommen, weil der „Wunschkandidat“ abgesagt hat. Macht mich das jetzt zu Plan B? Gerade aktuell merken wir, dass es lebenswichtig sein kann, einen Plan B zu haben, der sogar ein ganz erfolgreicher Plan A werden kann. Also ist es absolut legitim, aus der 2. Reihe zu tanzen und das Feld von hinten aufzurollen. Ich spreche dann vielleicht nicht schnell und laut, aber deutlich und nachhaltig. Ich glaube, das ist eine ganz gute Sprechweise.

 

Doppeltspitze: Und jetzt… Corona. Wo bremst Dich das – wo siehst Du es positiv?

Torsten:

Die Bühnenmoderation ist natürlich quasi bei null. Und das ist absolut schade, denn das Jahr 2020 hat großartig begonnen. Aber das kommt sicher wieder. Ich investiere viel in mich und ich verlange auch viel von mir. Und das wird sich auszahlen, da bin ich mir sicher. Ich kann ja warten (Stichwort 2. Reihe ;-). Aber es kribbelt mir natürlich schon in den Füßen (der Tänzer eben) und ich möchte unter Menschen sein, ihre Reaktion sehen, mit ihnen gemeinsam lachen, debattieren, sie interviewen und mit ihnen gemeinsam Stimmung machen.

Was ich positiv erlebe? Wie bei so vielen, deren Arbeitszeiten normalerweise eher inkompatibel mit dem Familienleben sind: ich habe viel mehr Zeit für meine Frau und meinen kleinen Sohn. Gar nicht mal so schlecht in einer Phase seines Lebens, in der er seine Stimme mehr und mehr entdeckt, seinen Sprachschatz erweitert, ständig Neues entdeckt und mir von seiner neuen Welt erzählen möchte. Das ist natürlich extrem wertvoll.

 

Doppeltspitze: Du hast schon Mal als Marktschreier gearbeitet – ein verrückte Idee?

Torsten:

Das mag sein, dass sich das vielleicht ein wenig verrückt anhört. Aber es passt auch wieder – wenn auch ganz anders – zu meiner Kernkompetenz: dem Sprechen. Und ich mach es auf meine Art und Weise. Das Spiel mit Sprache und Stimme hat so unendlich viele Facetten. Warum sollte ich eine solche Gelegenheit nicht wahrnehmen, wenn ich dabei doch auch wieder ganz neue Töne von mit selbst höre? Ich möchte mich – das ist natürlich eine Luxusaussage in Zeiten, in denen es der Eventbranche und uns Künstlern, Entertainern, Kreativen an die Existenz geht – nicht für irgendeinen Job engagieren lassen. Aber ich bin neugierig und offen genug in Engagements Chancen zu erkennen. Bei diesem Marktschreier-Job war das so. Und es war großartig – so sehr, dass ich es in diesem Jahr wiederholen werde!

 

Doppeltspitze: Wie glaubst Du werden sich die Tätigkeiten in Deinem Bereich durch Corona verändern?

Torsten:

Ich hoffe und wünsche mir, dass wir wieder auf Bühnen stehen werden – mit Menschen und mit Publikum. Ich liebe die Interaktion mit den Zuschauern und Gästen, die für mich ein wesentlicher Bestandteil des Kommunizierens ist. Weder das Tanzen noch das Unterhalten oder das Moderieren funktionieren als Einbahnstraße. Und so empfinde ich das aktuell an der einen oder anderen Stelle. Es mag sein, dass wir unsere Arbeit um digitale Moderation ergänzen – aber sie wird nicht den Kern der Sache ausmachen.

Dadurch, dass ich nicht auf einen Job fokussiert bin und mich in den letzten 15 Jahren meiner Selbstständigkeit immer gewandelt und neu dazu gelernt habe, bin ich überzeugt davon, dass ich durch meine Bandbreite im Spiel bleiben werde. Vielleicht sogar das Spiel mitbestimme. Und wenn es aus der 2. Reihe ist. Dass ein bisschen Abstand nicht schadet haben wir ja nun alle gelernt.

 

Herzlichen Dank Torsten. Uns beeindruckt Deine Power.

Und dass Teamleading mit Dir zur ganz großen Show wird. Nichts kann uns gerade aktuell mehr helfen, als die Unterhaltung mit dem Business zu verbinden, die Nähe des Tanzens mit der Distanz, die uns durch virtuelle Kommunikation auferlegt wird – das Beste aus 2 Welten. Danke dafür. Wir sind gespannt, auf welche Bühne es Dich als nächstes führt und wo wir mit Dir durchatmen dürfen.

 

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