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#netzwerktalk mit Dr. Enise Lauterbach – für uns eine echte Medinfluencerin

 

Liebe Enise,

wir hoffen, wir dürfen das „Social Media“ Du auf dieses Interview übertragen und freuen uns riesig, Dir ein paar Fragen stellen zu dürfen.

Doppeltspitze: Es gibt so viel Spannendes über Dich zu lesen – aber Du musst uns bitte noch einmal auf die Sprünge helfen – was genau ist „HERZ-HELD“ und was „CONSIL!UM“?

Enise: Die Digitalisierung im Gesundheitswesen nach ärztlichen Bedürfnissen und Wünschen zu gestalten war mir schon länger ein Bedürfnis. Die Entwicklung digitaler Tools, für eine bessere und sichere Kommunikation zwischen den Ärzten im 21. Jahrhundert erschien mir längst überfällig. Auf Faxe warten erschien mir zunehmend als Zeitfresser und nicht selten kam der angeforderte Befund gar nicht, oder er war von einem anderen Patienten, oder er war ein veralteter Befund. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich für den Patienten, weil der Behandlungsablauf eine Verzögerung erfährt. Ganz zu schweigen von dem mangelhaften Datenschutz, die das Faxen mit sich bringt. Ein Messenger von Ärzten für Ärzte, CONSIL!UM war geboren. Eine schnelle, sichere und unkomplizierte Kommunikation zwischen Ärzten wird somit möglich und verbessert den Ärztealltag in vielen Aspekten. Nicht nur der Informationsaustausch wird dadurch besser, auch die Patientenversorgung ist dadurch wesentlich sicherer.

Die Tatsache, dass auch meine Patienten den Einsatz moderner Technologien, wie Apps, die sie im Alltag unterstützen wünschten, ließ mich nicht mehr los. Meine Vision wurde zur Mission. HERZ-HELD ist die Entwicklung einer plattformbasierten App, die mit Hilfe smarter Technologien Patienten mit Herzinsuffizienz ein schnell reagierendes Frühwarnsystem bietet. Voraussetzung für eine gelungene Digitalisierung in der Medizin und digitaler Anwendungen ist das Vertrauen zwischen Patienten und Arzt und umgekehrt.

 

Doppeltspitze: Ein Projekt für Ärzte – eines für Patienten. Kann man das so einfach reduzieren?

Enise: Das würde ich nicht darauf reduzieren. Je souveräner Patienten und Behandelnde mit Digitalisierung umgehen und es als Alternative sehen, umso selbstverständlicher wird dann der Einsatz sein. Eigentlich sind wir im Gesundheitssystem längst hoch technologisiert und auch digitalisiert. Moderne Diagnostik wie in der Bildgebung ist digital. Neu ist, dass wir plötzlich die Möglichkeit haben, mobile Applikationen als digitale Gesundheits-Anwendungen zu nutzen. Durch die digitale Unterstützung befähigen wir Patienten mit ihrer Erkrankung im Alltag besser zurecht zu kommen, somit bestärken wir Patienten und verbessern ihre Lebensqualität.

 

Doppeltspitze: Vom Krankenaus ins Digital Hub Trier. Das hört sich an, also liegen da Welten dazwischen – ist das so?

Enise: Es sind zwar verschiedene Welten, aber tatsächlich liegen keine Welten dazwischen. Der Digital Hub diente in erster Linie dazu ein Netzwerk zu bauen und alle interessierten Akteure an der Digitalisierung im Gesundheitswesen und in der Gesundheitswirtschaft zusammenzubringen. Ich habe in den letzten Monaten beraten, beraten, beraten und so manche Transformation angestoßen und auch begleitet. Da ich aber zwei Apps entwickelt habe, war mein Ziel ein Unternehmen zu gründen. Ein Unternehmen, welches forscht, entwickelt und Produkte mit Mehrwert für Patienten und Behandler bietet. So habe ich mit sehr langer Vorbereitungszeit „LEMOA medical“ gegründet.

 

Doppeltspitze: Was ist Ziel des Digital Health Hub Trier als Bewegung des Digital Hub Trier?

Enise: Ziel des Digital Health Hub Trier ist die regionale Förderung der Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie die Umsetzung digitaler Innovationen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Die Bewegung dahinter war die Notwendigkeit, Digitalisierung gestalten und für eine bessere Gesundheitsversorgung zu nutzen. “It’s time to revolutionize healthcare – Innovations & solutions for better systems, better connections & better health.”

 

Doppeltspitze: Gründerinnen Preis der IHK, Nominierung für den EMOTION.award 2020, Germany´s 40 Most Inspiring Woman, Microsoft „Make Your Wish“ – was bedeuten Dir Auszeichnungen?

Enise: Ich freue mich sehr über diese Auszeichnungen. Frauen haben selten die Gelegenheit Ihre Leistung öffentlich würdigen zu lassen. Ehrungen und Preisverleihungen für Leistungen von Frauen sollten zur Selbstverständlichkeit werden. Hierfür braucht es mehr Visibilität. Die Auszeichnungen bedeuten mir auch deshalb sehr viel, weil ich Frauen, vor allem jungen Frauen und Mädchen Mut mache und sie in Ihrem Vorhaben bestärke.

 

Doppeltspitze: Apropos „Wish“: Gibt’s einen Gesundheitswunsch, eine neue Projektidee oder ein Wunschziel für den Herz-Held?

Enise: Projektideen gibt es viele. Ich muss mich ein wenig bremsen und mich zunächst einmal fokussieren. Für HERZ-HELD wünsche ich mir den Durchbruch, das wäre die Aufnahme in das DiGA Verzeichnis (das Verzeichnis für erstattungsfähige „Digitale Gesundheitsanwendungen“).

Ich wünsche eine gute Gesundheit für uns alle – weltweit. Die Pandemie zeigt erneut wie wichtig Education und Prävention sind und wie beschämend niedrig die Ausgaben sind.

Doppeltspitze: Weil wir uns dort „kennengelernt“ haben: Was bedeutet Social Media für Dich? Wofür nutzt Du Deine Kanäle?

Enise: Social Media ist für mich eine echte Bereicherung und ohne Social Media hätte ich tatsächlich Euch und so viele andere tolle Menschen nicht kennengelernt. Initial bedeutete es eher Inspiration und Zerstreuung. Doch nach und nach entdeckte ich viele „Gleichgesinnte“. Es tat gut sich auszutauschen, und aus dem digitalen Austausch wurde bald auch echter persönlicher Austausch und siehe da, es bildete sich ein kleines und feines Netzwerk. In meinem Netzwerk sind unglaublich großartige Menschen mit so unterschiedlichen Sichtweisen und so verschiedenen Lebenswelten. Es tat gut über den Tellerrand zu schauen. Wir Mediziner leben sozusagen in Blasen mit wenig Kontakt zur Außenwelt. Den Horizont zu erweitern, täte meinen Kolleg*innen sehr gut. Neben dem Austausch dient mir Social Media immer mehr als Informationsquelle, die Entwicklung geht immer mehr zum Info- und Edutainment. Es gibt erstklassige Formate. Gerne würde ich meine Kanäle auch als solche betrachten – Medinfluencer sein. Jedoch hat mein Tag nur 24 h und so werde ich meinem Wunsch nicht wirklich gerecht.

 

Doppeltspitze: Du hast 2 Kinder, kennst also den Spagat zwischen Job, Erziehung und dem vergessenen „Ich“ nur zu gut – was sind die drei wichtigsten Werte, die Du Deinen Kindern mitgeben möchtest?

Enise: Schwierig, mir sind Werte immens wichtig, jede Familie hat aber seinen eigenen Wertekanon. Mich haben die Aufrichtigkeit, Bescheidenheit und tiefe Dankbarkeit meiner Eltern geprägt. Weitergegeben an meine Kinder habe ich die Aufrichtigkeit. Ehrlichkeit ist die Grundlage für Beziehungen jeder Art. Mir persönlich wichtig sind, dass meine Kinder Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und Verlässlichkeit kennen und leben. In erster Linie ehrlich, gerecht und verlässlich zu sich selbst sein – denn, wenn das „Ich“ nicht vergessen und verkümmert ist, dann kümmert das Ich sich auch um andere.

Doppeltspitze: Und wie schaffst Du Dir Zeitfenster für Dich und was machst Du dann am liebsten?

Enise: Zeitfenster für mich ganz allein zu finden ist aktuell etwas schwierig. Das „HomeOfficeSchoolCantine“ zu managen ist auch für mich, Multifunktionstalent anstrengend…

Ich lese sehr gerne. Lesen verschafft mir meine nötigen Ich-Zeitfenster und ist für mich tatsächlich Regeneration. Ich höre auch sehr gerne Musik, querbeet aber vor allem seit ich elf Jahre alt bin Musik von Iron Maiden. Inzwischen sind alle Lauterbachs Maiden Fans. Aus meinem allerersten Maiden Konzert im Juni in Köln wird jetzt nichts. Es hatte aus verschiedenen Gründen nie gepasst. Tja, und jetzt kommt Covid-19 mir in die Quere.

 

Doppeltspitze: Zum Abschluss: Selbstständig zu sein bedeutet für mich…

Enise: Selbständig bedeutet für mich, die konsequente Fortsetzung meines Versprechens, welches ich mir in meiner Jugend selbst gegeben habe: Frei und unabhängig leben und dafür auch Wege gehen, die weniger betreten sind. Ich hatte schon immer eine sehr genaue Vorstellung, wie ich leben wollte. Mit meiner Selbständigkeit erfülle ich mir meine berufliche Freiheit, die in dem starren Korsett als angestellte Ärztin niemals möglich gewesen wäre.

 

 

Ganz herzlichen Dank, dass Du uns aufgeklärt, schlauer gemacht und unser Herz noch mehr für Deine Story schlagen lassen. Wir wünschen Dir ganz viel Erfolg, werden das digital weiterverfolgen und bestimmt treffen wir uns zwischen Köln und Trier auch einmal analog.

Da wäre unser Herzenswunsch!

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