Julia Collard & Sven Schnitzler
Führungsstil oder mit Stil führen?

Führungsstil oder mit Stil führen?

Ich lehne mich wohl nicht weit aus dem Fenster mit der Aussage, dass in den meisten Personallehrbüchern immer wieder der Führungsstil als Erfolgsindikator zählt.

Doch was heißt eigentlich erfolgreich führen, leiten oder delegieren? Ein guter Manager oder Abteilungsleiter wird an verschiedenen Kennzahlen gemessen. Gehört die Kennzahl Fluktuation als Ausdruck der Mitarbeiterzufriedenheit auch dazu?

Dem Geschäftsführer ist es natürlich nicht unwichtig, dass seine Belegschaft motiviert und etabliert ist und am Arbeiten meistens Spaß haben sollte. Doch spielen diese Faktoren eine Rolle, wenn die Zahlen bzw. der Umsatz und damit einhergehend, bei gleichen Kosten, der Gewinn wächst? Nein, denn das gehört zur Hauptaufgabe und -kennzahl des jeweiligen Abteilungsleiters.

Abteilungen werden durch die Digitalisierung und den ständigen Wettbewerbsdruck immer größer. Folglich haben Abteilungsleiter mehr Personal zu verantworten und dies über verschiedene Generationen. Da fragt man sich doch: gibt es den “richtigen” Führungsstil? Meines Erachtens könnte man den Idealtypus „Führungsstil“ zwar beschreiben, ihn in der realen Welt aber kaum anwenden. Es wird immer eine Person im Team geben, die ihren direkten Vorgesetzen nicht leiden kann bzw. den Führungsstil für nicht angemessen hält.

Es ist auch sehr herausfordernd ein Team zu führen, das aus langjährigen Mitarbeitern, Berufseinsteigern und Auszubildenden besteht. Während man in der einen Situation über ein neues Projekt spricht und Auszubildenden alles haarklein erklärt, diskutiert man im nächsten Augenblick nicht eingehaltene Zielzahlen, die zum Umsatz beitragen.

Welchen Führungsstil sollte man benutzen ?… Situativ handeln! Der Spagat zwischen kooperativ und autoritär muss geschafft werden.

Ich für meinen Teil kann nur empfehlen, mit Stil zu führen und damit trotz höherer Position auf Augenhöhe zu führen. Denn ein Team aus 40 Mitarbeitern in unterschiedlichsten beruflichen Entwicklungs, Karriere- und Lebensstadien kann man nur situativ, agil und vor allem mit Respekt führen.

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