Julia Collard & Sven Schnitzler
Früher war alles besser… isso Ehrenmann!

Früher war alles besser… isso Ehrenmann!

Jede Generation denkt das regelmäßig von der ihr nachfolgenden und erst recht von der noch einmal eine Dekade danach. Wer Y sagt muss auch Z sagen…und jetzt – Generation Alpha?

Quelle: https://die-generation-z.de/wp-content/uploads/2015/02/Generation-What.pdf

Was wir an der GenZ  echt EHRENLOS finden

1. Die Selbstorganisation:

Was für uns in unserer schönen neuen Arbeitswelt Bubble das Dogma schlechthin ist, bedeutet für jeden Berufsstarter schlicht Überforderung. Während es auf jeden Fall funktioniert, die Pizzabestellung für´s 20-Mann-Team via WhatsApp auf dem Weg von der Messe zurück zum Büro zu organisieren, bleibt die Anfrage nach dem Austausch des Türschilds der neuen Kollegin liegen. Mehrmals. Trotz Reminder. Es ist eine Frage der Prioritätensetzung. Wie so oft im Leben. Und da braucht es an vielen Stellen eine ganz andere Art der Führung, als wir sie gerade im Rahmen von #NewWork (weg)diskutieren. Es braucht Rahmen und Guidelines, die uns manchmal trivial erscheinen – ist es schon Führung oder noch Erziehung? Aber eben das ist Lernen auf Augenhöhe. Denn die Führungskräfte lernen mit. Führen nach Bedarf.

Wobei wir diesen Mangel an Konzentration und Fokussierung als einen sehr erheblichen empfinden. Das war tatsächlich noch vor wenigen Jahren anders.

2. Der Respekt:

Die Verwendung des Begriffs RESPEKT geht der GenZ ganz flüssig über die Lippen – was noch lange nicht heiß, dass solcher im Alltag auch gelebt wird. Die Krankmeldung kommt über die Kollegin, die kurze Hose ist bei 38 Grad selbstverständlich.

Die neue Arbeitswelt heult auf – im Bildungsbereich in Kooperation mit dem Mittelstand ist gerade einmal der Casual Friday akzeptiert – alles weiter gilt nach wie vor als verpönt (ein Freitag, an dem man gar nicht arbeitet ist schier undenkbar).

3. Der Jammerton:

Die Wettervorhersage hatte für diese Woche Rekordtemperaturen prophezeit (und ja, so manches was die Meteorologen da so erzählen ist ja nah an einer Prophezeiung…). Bevor das Thermometer auch nur die 25 Grad Marke überschritten hatte, waren die Frage nach Reduktion der Arbeitszeit, die Petition an den Betriebsrat nach der Klimaanlage und die Forderung nach kostenlosem Wasser schon unisono unterschrieben… Was, wenn es nun wirklich richtig lange heiß geworden wäre??

4. Das Daddeln:

Handy immer im Anschlag, Knopf immer im Ohr, beide Daumen allzeit bereit. Und selbst, wenn es bei uns Arbeitswerkzeug ist – Wertschätzung in Gesprächen zeigt sich durch aktives Zuhören und einen fokussierten Augenkontakt. Und das gilt auch für die Pausen. Wenn wir sie gemeinsam einplanen, dann verbringen wir sie mit den Menschen, die real vor Ort sind. Oder man entschuldigt sich eben und klinkt man sich aus. Völlig ok. Aber überall gleichzeitig sein klappt zwar vielleicht per Technologie – nicht aber per Menschsein. Home is where your heart is – richtig und echt sind wir nur an einem Platz. Multitasking klappt zwischen Waschmaschine, Herd und Mailprogramm. Aber nicht zwischen Mensch und Maschine. Und das ist in unserer wilden Zeit umso wichtiger.

5. Die Unverbindlichkeit:

Während Angelegenheiten wie der freie Brückentag, der spontane Urlaub und das früher-gehen-weil-ich-noch-für-eine-Klausur-lernen-muss absolut zuverlässig erledigt werden, fallen solche wie Pünktlichkeit, aufgeräumter Arbeitsplatz oder Entschuldigung-hab-verschlafen-aber-doch-nur-10-Minuten schnell unter den Tisch.

Eine Zusage ist eine Zusage. Punkt. Clean Desk Policy sollte man vielleicht ab dem 1. Schuljahr einführen 😉 Würde so manche Eltern auch entlasten.

 

Und das wiederum ist echt MEGA an der GenZ?

1. Die Selbstorganisation!

Die GenZ kommt – ohne dass „wir Führungskräfte“ etwas dazu beitragen – zu ganz neuen Lösungen – anders als erwartet, aber gut! Das zeigt sich im Kleinen – montags kochte eine/r für alle. Da müssen (hinter der vorgehaltenen Hand) zum Teil wohl auch die Muttis noch mal ran. Wir schaffen das „Punkt12“ Event selten. Aber was soll´s – GenZ feiert das gemeinsame Mittagessen. Das ist doch wunderbar!

2. Der Respekt!

Wir versuchen immer wieder, über Fehler konstruktiv zu diskutieren. Aber wenn  etwas offensichtlich schief geht, dann kommt ein Schuldiger kurz danach mit Hundeblick angekrochen. Das will eigentlich keiner, weil es eher nach Angst wirkt – aber zum Knöllchen fürs Parken oder zum Tippfehler auf der Visitenkarte (auch hier sorry: außerhalb der Bubble durchaus noch üblich) bekennt man sich „schuldig“. Auf der einen Seite ist die Ehrlichkeit positiv, auf der anderen Seite: Das ist nicht Fehlerkultur im Sinne einer innovativen Entwicklung des Teams. Aus Angst wächst kein Mut. Aber es zeigt trotzdem, dass Verantwortung so wachsen kann. 

3. Der Jammerton!

Da stimmen wir doch im passenden Moment harmonisch mit ein. Zu heiß, zu kalt, zu früh, zu spät… kennen wir doch alle. Über die Ursache dafür zu diskutieren bringt jede Menge Spaß. Und besser eine Meinung haben als keine zu haben. Und ein wenn das Team gemeinsam auf das Wetter oder das Wlan schimpft, ist wenigstens kein Kollege Opfer des Bürogejammers.

4. Das Daddeln!

Es gibt in der Tat (leider) nach wie vor Meetings und Termine, die nicht die 100%ige Aufmerksamkeit fordern. Oder die es erlauben, sich auch noch einer zweiten Tätigkeit zu widmen. Wie schnell ist eine Diskussion außerdem heute geklärt, in dem man schnell mal was googelt. Wie sehr bleiben Kontakte erhalten, weil es einfacher ist. Die GenZ muss sich für die historischen Babyfotos auf der eigenen Hochzeit nicht mehr schämen – sie hat sie selbst noch auf dem Handy.

5. Die Unverbindlichkeit??

NEEEEEEE! No Excuses. Wir sind echt offen für Neues. Aber das ist echt ein NoGo. Man sagt zu einer Party zu und geht hin. Man meldet sich zu einem Termin an und geht hin (man kann ja immer noch polnisch verschwinden…). Ja, habt Lust auf Neues, aber werft nicht immer gleich alles Alte über den Haufen.  Freundschaft und Beziehung – das darf „altmodisch“ ein Leben lang dauern. Selbst einen Job kann man über Jahrzehnte immer wieder neu gestalten ohne sich ständig umzuorientieren oder neue kreative Jobtitel zu sammeln. Verbindlichkeit hat etwas damit zu tun, zu sich selbst und zu seinen Werten zu stehen. Das lernt man nicht ohne Fixpunkte.

In dem Sinne:

GenZ – kommt Ihr erst Mal in unserer VUCA Welt an. Und lasst Euch dabei durch unsere oldschool Erfahrung inspirieren – so wie wir Euch für die Zukunft brauchen …

und irgendwie ist ja jede Generation auf ihre Weise verbuggt. Klick um zu Tweeten

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