Es ist ein besonders Jahr und es hat uns allen einiges abverlangt – jeder und jedem auf ganz eigene Art und Weise und vermutlich würden die meisten von uns sagen: das Jahr hat keinen Rückblick verdient.

Es darf aus der Zeitrechnung auch gleich gestrichen werden.

Und doch gab es da unzählige Momente, die auch dieses Jahr zu einem guten Jahr gemacht haben. Auf Twitter zum Beispiel…wo trotz oder gerade wegen des Lockdowns die ganze Welt vereint ist und (fast) jeder eine Meinung haben darf.

Wir haben uns mal durchgeklickt durchs Jahr 2020.

 

Januar

 

Erinnert Ihr Euch noch?

Wir haben uns tatsächlich zu Beginn dieses Jahres – kurz nach dem die rauschenden Parties (zu erklären was genau das ist würde an dieser Stelle zu weit führen) und die Begrüßung der ach so goldenen Zwanziger vorbei waren – über Kassenbons aufgeregt.

Über kleine weiße bedruckte Zettelchen. Völlig überflüssig zwar, aber eben auch völlig unbedeutend. Besonders verstörend: wir konnten die Schuld an dieser Zettelflut noch nicht mal den Russen, Trump oder den Chinesen unterschieben – wir haben sie uns selbst eingebrockt. Unzählige Rollen verbrauchten Papiers. Wenn wir im Januar gewusst hätten, wie viel größer die Rollen werden würden, über die wir uns aufregen…

 

Februar

Ja, im Februar halten sie sich immer noch, die Sportvorsätze des Jahres.

Konnte ja auch wirklich keiner ahnen, was da auf uns zukommt in diesem Jahr. Nicht nur dass man keinen Sport mehr machen konnte wegen geschlossener Fitnessstudios, Sporthallen und Schwimmbäder. Irgendwann konnte man nicht mal mehr welchen gucken. Dass die Deutschen in diesem Jahr im Durchschnitt ein bisschen dicker geworden sind, lag bestimmt an letzterem – wohin  mit der ganzen Energie, wenn man(n) sich beim Fußball nicht mehr aufregen kann? Immerhin waren zur Mitte des Jahres dann doch die Swimmingpools, Fahrräder und Heimtrainer ähnlich gefragt wie das Toilettenpapier.

Ein Lichtblick in Sachen #cofit.

 

März

 

Selbst in den Unternehmen, in denen Chefs Home Office und mobiles Arbeiten mit Liegestuhl und Couch gleichgesetzt hatten, war es jetzt plötzlich erlaubt. Jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, hatte spätestens ab dem 13.03. eine mehr oder weniger geordnete Regelung zum mobilen Arbeiten. Eilig wurden Laptops und Headsets bestellt, Lizenzen für MS Teams und Zoom angeschafft, Datenschutzregelungen kurzerhand außer Kraft gesetzt und munter lustig von Küchentisch zu Kinderzimmerstuhl gevideocallt.

Kindergezanke und Katzen auf der Tastatur immer inklusive.

Nicht vergessen: Dabei auf jeden Fall einen Screenshot machen und den via Social Media verbreiten.

Endlich können wir Deutschen Digitalisierung!

 

April

Ganz ehrlich:

Wer war es eigentlich?

Wer hat das ganze Toilettenpapier gekauft und es jetzt immer noch irgendwo gehortet?

Ist doch ein bisschen so wie mit der Bauchwegunterhose oder dem Ansatzspray für graue Haare – es wird gekauft, aber man kennt niemanden, der es benutzt…

Franzosen horten Kondome, Italiener Rotwein und die Niederländer Cannabis. Toll – Spießerruf voll erfüllt. Und nachher will es keiner gewesen sein.

  

Mai

Eines unserer persönlichen Highlights (oder eher das Gegenteil) aus der Zeit zwischen Home Schooling und Digital Leading: der Mailverkehr mit dem Italienischlehrer, der darum gebeten hat das PDF doch bitte zu drehen, es stünde auf dem Kopf.

Digitalisierung doch noch nicht geschafft.

Überhaupt waren und sind die Schulgeschichten ein trauriger Dauerbrenner in diesem Jahr gewesen. Sicher, auch da gab es Lichtblicke und viel Zusammenhalt. Aber insgesamt betrachtet ist das tatsächlich der Bereich, der sich seit März am wenigsten bewegt zu haben scheint. Trotz unzähliger Planungen, Fortbildungen, Maßnahmen, Investitionen und trotz der Gesundheitsgefahr, die hinter allen aufgeregten Diskussionen latent lauert.

Das Thema digitale Bildung ist in 2020 mit Sicherheit eines der prägendsten gewesen und keineswegs eines, dass „über den Berg“ ist.

Lüften und Maskenpflicht statt hybridem Unterricht. Das ist noch 1,5m Luft nach oben.

 

Juni

Wir haben also eine neue App – die Corona WarnApp.

Am Anfang hat sie noch ganz schön rumgezickt – mal war sie aktiv, dann wieder nicht. Im besten Fall hatte sie mal 15 von 14 Tagen getrackt. Respekt!

Inzwischen kann sie eine Menge mehr und was sie nicht kann – tja, das haben wir dank Datenschutz auch nicht gewollt. Erstaunlich, dass sich so manche App mit Rabattcodes immer noch viel besser schlägt in den Downloads, obwohl sie datentechnisch sicher nicht an die Corona WarnApp rankommt. Vom Nutzen her mal ganz zu schweigen.

Immerhin 24 Mio. Downloads hat die App bis Ende November 2020 geschafft.

Das reicht nicht ganz an Zoom, Netflix und WhatsApp ran, aber ist immerhin ein Anfang.

 

Juli

Urlaub oder kein Urlaub – das ist hier die Frage. Während die einen das für das überflüssigste Luxusproblem überhaupt halten, ist der Sommerurlaub für andere die unbedingte Pause vom „business as usual“.

Die Delfine, die wir noch im Frühjahr via Social Media im Hafen von Venedig jauchzend bewundert haben, hätten sich wohl noch eine längere Pause gewünscht.

Die Flugbesatzungen, Hoteliers, Strandbudenbesitzer und noch eine ganze Menge Menschen mehr eher nicht. Die Frage nach dem „gesunden Maß“ – die wird sich auch künftig stellen.

Ist es wirklich immer „höher, schneller, weiter“ oder bleibt ein bisschen was von #supportyourlocal auch in Zukunft hängen?

 

August

 

Manche Dinge ändern sich nie – leider immer nur die, von denen wir längst gehofft hatten, dass sie der Vergangenheit angehören. Zum Beispiel Bilder von alten weißen Männern im Einheitslook. Die können doch unmöglich selbst Spaß an einer solchen Konstellation haben?

Wir sind definitiv nie Freunde von Quoten gewesen, aber die Frauenquote, die gut drei Monate nach Entstehen dieses Bildes (und aus dieser Themenreihe ließe sich ein ganzes Panini Sammelalbum gestalten) entstanden ist, ist scheinbar mehr als nötig.

Nicht nur bei den AHA-Regeln kann gesunder Menschenverstand allein nicht ausreichen, um Verhalten sinnvoll zu ändern. Nie war diese Erkenntnis greifbarer als 2020.

 

September

Ist so, oder? Jeden Tag wieder. Von Zeit zu Zeit wirft uns bei der täglichen Recherche noch mal das ein oder andere originelle Banner aus dem Trott des bedingungslosen Akzeptierens.

Ansonsten dürfte die Zahl und Vielfalt an Cookies auf unseren digitalen Endgeräten die derjenigen in der Weihnachtsplätzchendose bei weitem übertreffen. In Menge und Haltbarkeit.

 

Oktober

Ja, dieses Twitter kann auch echt informativ sein (ist es sogar eigentlich immer…). Aber das hier ist so ein Hack, den wir tatsächlich nicht kannten. Darum gehört er als wirklich wichtiges Learning 2020 in diesen Rückblick. Bestimmt ist er auch noch für die eine oder den anderen außer uns nützlich. Denn immer, wenn man denn dieses eine Mal in vielen Monaten eine Briefmarke braucht, dann ist sicher keine zur Hand.

Fast so wichtig wie der Hack mit dem Pfeil an der Tankanzeige, der zeigt, auf welcher Seite der Tankdeckel ist. Das war unser Highlight 2019.

Ja – ist sicher kalter Kaffee für viele. Wir wussten es nicht. Und geben es zu. Wir hamstern ja auch kein Klopapier 😉

 

November

Es gab nur eine einzige Woche in diesem Jahr, in der wir andere Zahlen als die der Coronan-Neuinfektionen verfolgt haben – mit nicht weniger Engagement, aber mit viel, viel mehr positiver Energie.

Was für ein Schauspiel… wir haben gefühlt eigenhändig Wahlzettel aus Briefumschlägen gezogen, um die Stimmen zu zählen (zumindest kam uns die Geschwindigkeit der Auszählung zwischenzeitlich so vor).

Damit ist wenigstens ein Virus in diesem Jahr besiegt.

 

Dezember

Julia Collard Sven Schnitzler Recap 2020

 

We did it, @Sven!

Wir haben dieses Jahr geschafft. Wir haben viele neue Projekte gestartet, weil „was mit Digitalisierung“ schon vor 2020 unser Traumjob war. Jetzt digitalisieren wir Kitas, Altenheime, Silverworker, Newcomer, Verbände und KMU.

Eigentlich machen wir nur eines: wir bringen Menschen zusammen. Wir machen ihre Leistung sichtbar.

2 Jahre Doppeltspitze und wieder ein sehr besonderes Jahr.

5000 Follower auf Twitter seit dieser Woche – danke Euch. Das ist und bleibt die „Basis“ unseres Geschäfts. Und 5000 Stimmen können eine Menge entscheiden.

Wir werden gemeinsam mit 30 anderen Menschen ein Buch schreiben und einen kleinen Teil der Zukunft mitdenken.

Ja, wir haben viel geschafft in diesem Jahr. Durch Zusammenhalt, der trotz physischer Distanz funktioniert, wenn man sich um Menschen bemüht, weil Menschen wertvoll sind.

 

 Euch allen hier eine gesunde, besondere Weihnachtszeit. Mal sehen, was 2021 bringt.

 Vorsätze kann man sich vermutlich dieses Mal sparen. Zumindest sind die Vorschusslorbeeren kleiner als die für das Jahr 2020.

Meistens ist das gar nicht so verkehrt.

Tschüss bis nächstes Jahr!

Julia & Sven

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