Julia Collard & Sven Schnitzler
Ausbildung mit VR auf der Learntec 2020

Ausbildung mit VR auf der Learntec 2020

„Und wie funktioniert das?“ – Das war wohl die am häufigsten gestellte Frage in den drei Tagen, die wir mit unserem kleinen, aber höchstengagierten Team und unserem Star, dem RTW Simulator auf der Learntec 2020 verbracht haben, gestellt wurde.

Ein Messeauftritt auf Europas größter Bildungsmesse – da hatten wir uns schon etwas vorgenommen. Logistisch ausgeklügelt ging es vollbepackt montags los. Die Crew, die unseren Messestand aufgebaut hat, waren wir selbst. Die Dimensionen, in denen wir uns bewegten, wurden uns klar, als wir die professionellen Messeteams gesehen haben, die die meterhohen, exklusiven und topmodernen Stände – besser virtuellen Welten – der Mitaussteller konstruiert haben. Wie würde sich so ein Wohlfahrtsverband inmitten des Who is Who der TEC und Bildungsszene wohl schlagen?

Wir machen es kurz: ohne Selbstbeweihräucherung ziemlich grandios. Unsere freiwilligen Berater konnten kaum einmal Luft schnappen oder sich den wohlverdienten Schluck Wasser zwischen zwei Gesprächen gönnen. Das Interesse an einer virtuell digitalisierten Ausbildung war enorm. Insbesondere aus verwandten (und nicht gerade kleinen) Branchen wie der Pflege, der Medizin, aber auch seitens der Bundeswehr und der Polizei bekamen die Messepionierinnen Melissa Gritza und Katrin Störmer die bekannten Löcher in den Bauch gefragt. VR-Brille an und ab in den Simulator. Teilweise haben die Interessenten geduldig in der Schlange gewartet, bis eine Brille frei war und ein Platz auf unserem wirklich nicht sehr großen Messestand. 

Wenn der Ort zu klein zum Ausbilden ist – wie es bei so einem Rettungswagen der Fall ist – dann bilden wir den Raum digital ab.

Wenn Ausbildung in der Freizeit passiert und somit wenig reizvoll erscheint – dann muss man sie von zu Hause absolvieren können.

Wenn Kurse und Bücher langweilig geworden sind und Inhalte nicht mehr auf dem neusten Stand – dann macht Augmented Reality sie attraktiv, intuitiv und immer hochaktuell.

Es waren drei großartige Tage mit mindestens 3 Learnings, die für die Zukunft des Projekts von enormer Wichtigkeit sind.

1. Teamspirit

Eine Woche auf engstem Raum. Das fühlt sich fast ein bisschen an wie mit 7 Menschen im RTW. Das Engagement jedes Einzelnen im Rahmen der Messe ist etwas, was uns antreibt, was wir aber auch als sehr außergewöhnlich zu schätzen wissen. Und nicht nur in dieser Woche erleben wir das. Das ganze Projekt hat den Kreisverband noch einmal auf eine ganz neue Art zusammengeschweißt. Ehrenamt – das hat immer auch ein bisschen etwas verstaubtes und das klassische Bild des Rettungssanitäters ist auch nicht gerade hip und modern. Bei uns nun schon. Denn plötzlich erzählt der Ehrenamtler von einem Abend mit VR und AR, kennt sich mit neuester Technik aus, darf diese einsetzen, gar selbst programmieren. Da bekommen Berufsbilder ein ganz neues Gesicht. Rettung ist ein cooler Job für junge Leute mit Zukunft und einem sicheren, hochinnovativen Arbeitsplatz. Das ist ein Bild unseres Kreisverbandes, das wir unglaublich lieben und gerne weitertragen möchten. So gewinnt man Nachwuchs, Fans und löst Klischees und Vorurteile im Vorbeigehen auf.

2. Netzwerk

Projekte funktionieren nicht ohne Unterstützer. Das weiß wohl kaum jemand besser als Menschen in der Wohlfahrt und im Ehrenamt. Denn gerade wenn die großen Förder- und Projektgelder nicht sprudeln ist klar, wer dauerhaft gewillt ist dabei zu sein. Und auch dafür ist so ein Messeformat perfekt. Die aktuellen Unterstützer haben die Chance sich über den aktuellen Stand zu informieren, sich in einem inspirierenden Setting auszutauschen und besser kennenzulernen. Und neue Kontakte können geknüpft werden – denn woher wissen wir schon, ob wir nicht schon übermorgen jemanden mit einer bisher noch gar nicht berücksichtigten Expertise benötigen?

Wir haben uns sehr gefreut über 3.000 Fotos und 3 Stunden Filmmaterial unseres Fotografen Markus Oh, der sogar als „Messefotograf“ für die VR/AR Area eingesprungen ist, weil er einfach immer den Bick durch die Linse fürs Wesentliche hat. Wir haben mit mobfish GmbH die neuste VR Brillen Generation getestet und über die nächsten Programmierungen philosophiert und mit dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD über die weitere Zusammenarbeit zum Assistenzsystem Machine@Hand geplant. Doppel[t]spitze als unser Team für Social Media und Content Marketing hat sich einen Eindruck vor Ort verschafft und ist mit Informationen für die nächsten Blogartikel und jeder Menge Futter für die Social Media Kanäle in Sachen Ausbildung mit VR unterwegs.

3. Sichtbarkeit

Wir haben im letzten Jahr Quantensprünge in Sachen Sichtbarkeit hingelegt. Für einen kleinen Kreisverband eine starke Leistung, die auf ganz viel Engagement und individueller Arbeit basiert. Diese Sichtbarkeit ist die Basis dafür, dass aus dem Projekt nun ein Geschäft wird.

Dabei ist es natürlich großartig, wenn uns der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe auf dem Messestand besucht. Ein Zeichen dafür, dass Hilfe und Wohlfahrt inmitten der IT-Bubble gleichzeitig Exot und doch so nah am Menschen ist. Mit Besuchen aus der Politik haben wir diesen Monat somit quasi schon Routine nach Herrn Ministerpräsident Laschet zuletzt in Herford. Ein Filmbeitrag im Baden TV hat den 2. Messetag ebenfalls bereichert. Wir fallen auf – und das sehr positiv. Der Gewinn des Immersive Learning AWARD 2019 im Rahmen der Learntec ist ein weiterer Meilenstein in Sachen Sichtbarkeit. „Das vorliegende Konzept und die ersten Umsetzungen, besticht in der Geschwindigkeit der Umsetzung, der Einbezug der Zielgruppe in den Erstellungsprozess, die Breite an Themen, Technologien und die Ausrichtung an den Bedürfnissen der ehrenamtlichen Personen, diese mit modernen Lernmedien zu befähigen.“ Die hören sich doch gut, diese Worte aus der Begründung für die Nominierung, oder?

 

Wie geht es weiter?

Aus diesem Spirit, mit dem Netzwerk und der Sichtbarkeit wachsen wir nun weiter. Die ersten Projekte sind vereinbart. Und klar ist: Wir können als Ehrenamtler ein solches Projekt auf die Beine stellen und auf den Weg bringen. In der nächsten Stufe geht es um Skalierbarkeit und  – auch im Ehrenamt – darum, mit solchen Anwendungen in die Produktphase zu wechseln. Denn der Mehrwert für jedes Unternehmen ist absolut hoch.

Die ersten Kontakte sind auf der Learntec 2020 geknüpft. Wir wären aber nicht wir, wenn wir nicht noch eine Nummer größer denken würden. Mal sehen was das internationale Publikum zum Projekt sagt auf der GESS 2020 in Dubai.

Danke bis hierhin und wir machen uns gemeinsam auf die Reise in 2020!

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