Julia Collard & Sven Schnitzler
Warum verkauft man sich – Werbung auf dem Blog?

Warum verkauft man sich – Werbung auf dem Blog?

Die Reaktion haben wir auf die bunten AdSense Anzeigen zuletzt von einigen Followern & Lesern bekommen. Gar nicht immer mit der hochgezogenen Augenbraue, sondern immer auch mehr oder weniger versteckt ein bisschen mit dem Hintergedanken

  • „Lohnt sich das“?
  • „Wie geht das“?

oder der ganz offenen Frage

  • „Was verdient Ihr denn damit?“

Letztere Frage mögen wir am liebsten – also gar nicht ganz konkret genau diese Frage, sondern einfach den direkten Weg. So lernen wir. Mit Euch und durch Euch und genau das geben wir an Erfahrung und Wissen auch gerne weiter. Wenn´s hilft – alles erreicht!

Also warum haben wir Google AdSense Anzeigen auf unserer Website geschaltet bzw. deren Platzierung zugelassen?

Marketingangestellte vs. Marketingbusiness

Wir würden nie von uns behaupten, dass wir unseren (Vollzeit)Job halbherzig machen. Wir mögen genau das, was wir als Leitung Marketing und Vertrieb im Jobsharing machen. Immerhin haben wir hart dafür gekämpft. Für genau diese Arbeitsinhalte, die Arbeitsorganisation und unser Team. Als äußerer Indikator (leider nach wie vor ein nicht probates, aber anerkanntes Maß) mag gelten, dass unser Job in der Regel auch (leicht…) über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus reicht. Und wir im Durchschnitt gut verdienen. Soweit, so Fakt.

Unsere Selbständigkeit auf Basis von 15 Jahren Marketingerfahrung bringt dann aber doch noch einmal – und das mag selbst das agilste Unternehmen im Angestelltenverhältnis nur selten abzubilden – eine andere Art von Spirit für das Erkennen von Trends, Möglichkeiten und Mut für Challenges mit sich.

Wir schalten einfach mal AdSense Anzeigen auf unserer Website. Sofort. Selbst bei flachen Hierarchien ein Prozess, der einen 15seitige Powerpoint mit SWOT Analyse vor sich und eine wöchentliche Ertragsauswertung über 24 Monate nach sich zieht. Nicht zu vergessen den Meilensteinplan dazwischen. Bei uns anders. Einfach mal machen.

Warum AdSense?

Angefixt von einem Blogartikel wie „10 Punkte für den Erfolg Deines Blogs“. Mit einem Unterschied: wir sind gar nicht interessiert am monetären Erfolg von AdSense (sollte der kommen werden wir berichten und uns auf jeden Fall trotzdem freuen 😉

Uns interessiert: Stimmt es eigentlich, was über die mögliche marketingtechnische Monetarisierung von Websites/ Blogartikeln gesagt wird?

Endlich mal wieder operativ testen – nicht nur strategisch empfehlen, unmittelbar Puls der Zeit. Am Herz des Kunden. Von der Führungskraft zum StartUp. Was sich für viele hier jetzt unmittelbar nach dem Studium total normal anfühlt, ist für uns (wieder) ganz neu. Was aber vielleicht nach dem Studium fehlt ist unsere Erfahrung. Also: Eines nicht besser als das andere. Zusammen die perfekt geteilte Erfahrung.

Hintergrund Google Adsense

(kennst Du? – dann ab zum nächsten Abschnitt!)

Google AdSense wählt Anzeigen passend zum Inhalt der Webseite aus, auf der sie dargestellt werden sollen. Zu diesem Zweck untersucht ein Webcrawler das entsprechende Angebot, wie es auch bei der Indexierung einer Website für die Suchmaschine Google der Fall ist. So ist es zum Beispiel wahrscheinlich, dass auf einer Website über Fotografie auch Anzeigen aus diesem Themenbereich dargestellt werden. Neben dem inhaltlichen Kontext unterstützt AdSense auch das interessenbezogene Targeting anhand des individuellen Profils eines Besuchers der Webseite beziehungsweise der Anzeige. Seit 2010 unterstützt Google das sogenannte Retargeting oder Remarketing als Alternative zu inhaltsbezogenen Anzeigen.

(Quelle: Wikipedia)

Werbeanzeigen generell

Von „total störend“ total  bis hin zu „nehme ich gar nicht mehr wahr“. Da ist, wenn man mal so rum fragt, wohl alles im Portfolio. Und natürlich die „Totalverweigerer“. Immer den neusten Ad Blocker auf allen Geräten und somit frei von jeglicher meinungsbeeinflussender Einblendung.

Mal praktisch

Machen wir es an einem (natürlich – weil wir ja nie echte Stories erzählen J) – völlig fiktivem Beispiel fest: Der User sucht ein Aquarium in Blogs. Er sucht Kundenstimmen – echte authentische Meinungen – bloß keine Werbung bitte.

ABER: das Ferienangebot der letzten Woche oder die tollen neuen roten High Heels sind ja komischer Weise auch immer noch so präsent…

AdSense (bzw. der auf der jeweiligen Website eingefügte Azeigencode – das HTML-Snippet) ist ein Spiegelbild Eures Business – aber auch Eurer Wünsche. Erschreckend – aber wahr. Denn es kann beides bedienen: es kennt Eure Suchen (wie lange wird es noch dauern, bis das Wort ‚suchen‘ im Duden durch ‚googeln‘ ersetzt wird??) und es kennt die Themen Eures Business. Es kann in der Folge die (vermeintlich) perfekten Anzeigen für Eure Kunden auf Eurer Webseite platzieren.

Was nach der eierlegenden Wollmilchsau klingt ist auch genau die: wenn man alles abdecken will – die (ständig variierenden) Kundenwünsche, die (innovative) Produktsicht, die Unternehmensziele– dann ist man (mit absolutem Respekt für den perfekten Algorithmus und künftig die perfekte KI als Weiterentwicklung desselben) eines: eine Gießkanne.

Zurück zu uns

Wir verfolgen genau, was im Bereich Social Media, HR, Marketing & Personal Branding los ist. Suchen wir genau nach „unseren“ Themen und lassen auch nur diese Anzeigen ausspielen (denn Google erlaubt uns natürlich eine optimale Allokation von Anzeigen – räumlich, optisch, thematisch), haben wir eines auf unserer Website: die perfekte Konkurrenz.

Da wir aber ja Work-Life-Blending leben und kurz vor den Geburtstagen wahlweise  das Geschenk zum 50., 18. oder 2. Geburtstag suchen (hatten wir erwähnt, das Doppeltspitze Diversity in allen Bereichen abdeckt ;-)? ) haben wir ebenso häufig Anzeigen für die ultimative Altersvorsorge, die ultimative Weltreise sowie für das ultimative Klettergerüst auf eben genau dieser Social Media Website. Soweit, so verständlich. Aber auch Anzeigen, die wir ZERO verstehen.

Fazit

AdSense ist aus Unternehmenssicht demnach sehr differenziert zu betrachten. KMU, die Personalbranding auch hier betreiben wollen, laufen Gefahr eines enormen Streuverlustes. Die Gegenseite – unbekannterweise – stellt kostenfrei Marketingspace zur Verfügung. Das verlockt. Uns und eben auch die Gegenseite. Deals zwischen unbekannten Parteien sind immer oberflächlich und ein Stück weit intransparent zugunsten des Vermittlers.

Wir nutzen unsere Website also gleichzeitig als Testumgebung für KMU im Bereich Personalbranding. AdSense: getestet und bei uns für als „nicht überzeugend“ befunden. Mag sein, dass man darüber Einnahmen generieren kann. Bei uns passt das – so der aktuelle Teststand – eher nicht. Auch wenn die Funktionalitäten und die optische Einbindung optimal sind. Und wir keine radikalen Werbungsblocker sind – mag ja immer auch ein guter Link dabei sein. Aber ein bisschen ist es die neue Litfaßsäule. Schadet nicht, hilft aber auch nicht wirklich. KMU können anders punkten. Individueller. Da bleiben wir dran.

  • „Wie geht das“ haben wir damit glauben wir aus unserer Perspektive beantwortet.
  • „Lohnt sich das?“ Vielleicht – sicher sogar – wenn man größer ist, als wir das sind. Die Produkte andere als „Wissen“ & „Bildung“. Und einem die Anzeigeninhalte nicht so wichtig sind. Unsere Website ist unsere Visitenkarte. Die soll auch uns gehören. So das aktuelle Stimmungsbild.
  • „Was verdient Ihr denn damit?“: Erfahrung. Kein Geld. Dafür sind wir vermutlich auch nicht die Zielgruppe. Und das ist okay.

Intuitiver Bug

Ach ja: AdSense kann jeder: wenn er denn nicht die Richtlinien verletzt… was schon auch mal zu einer 30tägigen Sperre der Anzeigen führen kann, wenn man – wie wir – zu oft auf Anzeigen klickt (was allerdings zu oft ist, wissen wir nicht). Denn die eine oder andere schräg wirkende oder inhaltlich nicht passende Anzeige (die keiner der oben genannten Regeln zu folgen scheint) haben wir durchaus mal verfolgt. Allein um den Algorithmus zu verstehen. Hehres Ziel – Google verstehen zu wollen J.

Aber nur so kann man unserer Meinung nach eine gute Beratung machen. Wachsen und lernen. Für Onlinemarketing im HR.

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