Julia Collard & Sven Schnitzler
Online Marketing: Inhouse vs. Outsourcing #2

Online Marketing: Inhouse vs. Outsourcing #2

#21 Gastbeitrag von Kim Kersting

Nach Klärung essentieller Faktoren bezüglich der „Inhouse-Entscheidung“ soll es weiterhin darum gehen, wie sich eigentlich die perfekte Marketing Agentur finden lässt: Eine gute Mischung aus Inhouse-Kreativität und Content Planung sowie Expertenwissen durch Outsourcing ist nämlich manchmal dann doch die erfolgversprechendste Strategie.

Für mich ganz klar auch die Chance in erfolgreicher Zusammenarbeit den nötigen Blick über den Tellerrand zu haben und nicht den Anschluss an den Markt zu verlieren.

Innerhalb der letzten Jahre, die ich im Online Marketing gearbeitet habe, hatte ich bereits Kontakt zu verschiedenen Agenturen – erst vor kurzem musste sehr spontan für ein großes Projekt „aus der Not heraus“  – ach quatsch: natürlich agil & kreativ – eine passende Agentur gefunden werden. Zu recht ist dies immer ein riesiger Step, welcher mit vielen Zweifeln verbunden ist, selbst wenn man sich bereits für das Outsourcen eines Teils der Online Marketing Aufgaben entschieden hat. Wie findet man nun die eine passende Agentur und worauf ist bei der Auswahl besonders zu achten?

Online Präsenz der Agentur

Es ist nicht abzustreiten, der erste Eindruck zählt immer. Wenn die Online Präsenz der Agentur und zwischenmenschliche Aspekte schon überzeugen können, hat man gleich ein besseres Bauchgefühl und dieses zieht sich letztlich, wenn auch unbewusst, mit entsprechendem Effekt von ganz allein durch den Entscheidungsprozess.

Erstes Aufeinandertreffen

Überzeugend sind individuelle Inhalte, die perfekt auf die eigene Zielgruppe zugeschnitten sind. Dieser informative Mehrwert ist nicht nur der Schlüssel des Content Marketings, sondern sollte auch bei jeder guten Agentur ganz oben stehen, wenn man sich das erste Mal gegenübersteht.

Denn die Referenzprojekte habt Ihr Euch längst auch selber auf der Homepage ansehen können und waren vielleicht der ausschlaggebende Punkt in Hinsicht auf die Kontaktaufnahme. Gebt Euch danach aber nicht mit der Präsentation dieser Best Practice zufrieden – auch wenn es sich lohnt zu fragen, inwieweit bereits Erfahrungen innerhalb der relevanten Branche vorhanden sind.  Versteht Ihr Euch – über reines Reden hinaus? Kommuniziert Ihr auf Augenhöhe? Hört Ihr Euch gegenseitig zu?

Unkonventionelle Ansätze – Wie mutig ist die Agentur?

Welche Werte und Emotionen werden mit der eigenen Online Präsenz vermittelt und wie stark unterscheiden sich die präsentierten Ideen für Euch, Euer Unternehmen und das aktuelle Projekt von den Lösungen der Konkurrenz am Markt? Eine reine Adaption würde Euch logischerweise nur auf ein gleiches Level mit der Konkurrenz setzen. Seid Ihr herausgefordert und müsst bezüglich gewünschter Infos und Tools nachliefern?

Pitch-Anzahl

Als Richtwert ist es effizient, wenn Ihr Euch auf Basis Eurer Recherche zunächst auf max. drei Agenturen beschränkt und auch nur mit diesen ein persönliches Kennenlernen vereinbart. Dieses Vorgehen ist aufwändig genug;  wenn Ihr hier mit einem noch größeren Pool interagiert, verwischen die Unterschiede zwischen den Agenturen zunehmend. Ihr habt dann enorm viel Zeit investiert, seid aber Eurer Entscheidung kein Stück nähergekommen. Vor einer Einladung hilft es vor diesem Hintergrund vor allem auch, eine Anforderungsliste mitzuschicken, auf die sich die Agentur vorbereiten kann. So ist unmittelbar für alle Beteiligten klar, welchen Sinn und welche Ziele Ihr mit dem Outsourcen verfolgen möchten. Warum nicht auch die Agentur direkt vor eine größere Herausforderung stellen und eine Problemstellung kommunizieren?

Seid umgekehrt unbedingt offen (Stichwort „unkonventionelle Ansätze“) – lasst Spielraum für Kreativität. Eine Agentur, die nur umsetzt und nicht fragt wird nichts Neues hervorbringen. Sie stellt Euch zufrieden im Rahmen Eurer Bedingungen. Dann macht es selbst. Denn dann wisst Ihr ja schon alles.

Agenturgröße

Groß nicht gleich besser. Klein nicht gleich schlechter.

Dennoch muss eine gewisse Korrelation zwischen Euch und der Agentur bestehen – es ist unsinnig, wenn ein kleiner Betrieb an den Platzhirsch der digitalen Werbebranche herantritt – es sei denn Ihr seid überzegt ein mega innovatives Projekt umsetzen zu wollen, dass als Leuchtturm auch für den Marktführer dienen kann. Sonst backt zu Euch passende Brötchen. Stimmen müssen definitiv die Kosten, Erfahrungswerte und das Potenzial der Termineinhaltung – dabei gilt es vor allem bei kleineren Agenturen zu achten. Schaffen die potenziellen Auftragnehmer rein rechnerisch (Manpower, Parallelprojekte, Austattung) die Aufgabe in der gewünschten Zeit? Mit Puffer! Bei aller Kreativität: Planen müssen beide Seiten auch können. Und rechnen.

Bei Beachtung dieser Punkte, sollten also viele Zweifel beseitigt sein. Und manchmal liegt das Geheimnis kluger Entscheidungen einfach auch in der unbedingten Befolgung des Bauchgefühls. Denn wenn Bauch mehr weiß, als der Verstand glaubt, lässt sich oft auch im beruflichen Kontext das Ziel erreichen. Vollständige Transparenz und Gewissheit gibt es nicht, Und das ist auch gut so.

Viel Erfolg!

Autorinnenprofil

Kim Kersting ist Teamleiterin Marketing der Europäischen Fachhochschule.

Nach ihrem Bachelor in Industriemanagement und dem Master in Marketingmanagment verantwortet sie seit April 2018 den Bereich Online Marketing, den sie selbst maßgeblich aufgebaut und zu ihrem Traumjob gemacht hat.

Kim ist die erste „feste“ Mitautorin bei #netzwerkblog und auch hier für alles rund um Social Media und Online Marketing die Fachfrau! Nebenbei schreibt sie großartig.

Menü schließen