Julia Collard & Sven Schnitzler
Mein Weg zum Online Marketing

Mein Weg zum Online Marketing

#9 Gastbeitrag von Kim Kersting

Wohin soll es nun gehen, Kim?

Diese Frage habe ich mir sehr intensiv im Sommer 2016 gestellt – dass die Antwort darauf Online Marketing hieß, war mir damals längst nicht bewusst. Aber von vorne: Ich war im letzten Studienjahr meines dualen Industriemanagement Bachelors. Mein damaliges Auslandssemester in den USA hat vor diesem Hintergrund vieles verändert. Ich habe mich neu kennen gelernt und neue Chancen ermöglicht bekommen. Und genau damit waren die ersten Antworten auf die Frage, wohin es nun gehen soll, eigentlich schon gefunden.

Keine Grenzen

Rückblickend, war dies zunächst durch den kalifornischen Lifestyle, die Offenheit und vor allem die Freiheit und unzähligen Möglichkeiten, die ich auf einmal verspürte, bedingt. Es gab keine Grenzen, es waren endlose Roadtrips durch die Wüste, das „Einfach mal machen“ ohne ständiges Hinterfragen, das aus dem Flugzeug springen aus 4.500 Metern. Genau diese 100% Adrenalin Erlebnisse. Nicht zuletzt durch die Privilegien, dass ich dort neue und die unterschiedlichsten Menschen kennen lernen, mit Ihnen zusammen für die Universität diverse Projekte ausarbeiten, mich in Präsentationen vor Einheimischen behaupten konnte und durch verschiedenste Konversationen, habe ich während meines Aufenthalts dort sehr viel für meinen weiteren Weg mitgenommen.

Lust auf Neues?

Ich will damit natürlich nicht sagen, dass es zwangsläufig die Reise in ein unbekanntes Land, zu einem bisher unbekannten Kontinent sein muss – ich glaube – soweit ich das beurteilen kann – dass es teils schon reicht, einfach neue Dinge auszuprobieren, die man sich selber im ersten Moment gar nicht zutraut, als Schnapsidee hält und zu der man für gewöhnlich sogar überredet werden müsste. Und das ist nicht mit jugendlichem Leichtsinn gleichzusetzen. Die Inspiration lässt sich oftmals für die verschiedenen Lebensbereiche nutzen und kombinieren.

Fixpunkt: Marketing

In Hinsicht auf das Fachliche, habe ich in meinem Auslandssemester darüber hinaus ausschließlich Marketing Kurse belegt. Durch meinen Marketing-Trainee-Job in der Europäischen Fachhochschule (EU|FH) wusste ich zu dem Zeitpunkt bereits, dass die Entscheidung fürs Marketing goldrichtig war. Ich fühlte mich unheimlich wohl und wertgeschätzt in meinem Team und habe mich auch fachlich mit dem Thema Marketing in ganzen Zügen identifizieren können. Aus diesem Grund entschied ich mich auch für diese sehr konzentrierte Kurswahl, womit ich aber alleine war. Meine Kommilitonen aus Deutschland waren weitaus breiter aufgestellt und so resultierten mit der Zeit auf unerklärliche Weise ebenso meine Zweifel.

Natürlich war das Marketing auch ein Modul meines Industriemanagement Bachelors in Deutschland – der Fokus jedoch nicht und so war trotz allem der Produktions- und Supply-Chain Gedanke stetig in meinem Kopf, wenn es darum ging, mein Bachelorarbeitsthema zu wählen. Festgefahren in dem Gedanken, aufgrund meines Studiengangs und der Gradlinigkeit im Lebenslauf, einer Kombination aus Industrie und Marketing gerecht werden zu müssen, habe ich also letztlich einen Betreuer gesucht und mein Thema entsprechend zusammengestrickt.

Freiheit als Grenze?

Auf einmal war es jedoch vorbei mit dem Freiheitsgefühl, dem „gespannt sein“, was mich erwartet. Ich baute mir unheimlich Druck auf, las schon während des Auslandssemesters Bücher zu Produktions- und Programmplanungen als Vorbereitung. Auf einen grünen Zweig, der sich für mich gut anfühlte, kam ich jedoch nicht. In meinem Kopf waren tausende Fragen – ist es tatsächlich das, was mich für die nächsten Monate beim Schreiben meiner Bachelorarbeit motiviert und worauf ich meinen beruflichen Werdegang aufbauen möchte?

Wenn ich ehrlich zu mir selbst war, war es das für mich persönlich sicherlich nicht. Es packte mich einfach nicht – und das trotz der generellen Euphorie, der Motivation und dem Tatendrang in mir.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte doch aber jeder für sich selbst reagieren. Mit dem Chaos in meinem Kopf, war ich damals jedoch kurzzeitig schlichtweg hilflos und hatte selber auch keine Idee, was zu tun ist – das Selbstbewusstsein und die Freude auf das was kommt, dahin.

Schicksal, passender Zeitpunkt, Können? – von allem etwas…

So wie es das Schicksal und die Umstände damals wollten, habe ich diese Bedenken in einer E-Mail Konversation aber gegenüber meinen damals ganz neuen Vorgesetzten äußern können. Wir waren uns natürlich nicht unbekannt, hatten teils schon mehrere Jahre in anderer Konstellation zusammengearbeitet. Der normale Weg, ein Bachelorarbeitsthema auszuwählen, besteht in der Regel aber auch aus einer Face-to-Face Kommunikation. Damals reichte der Impuls durch meine neuen Vorgesetzten in einer E-Mail jedoch aus. Sie schlugen mir ein Thema aus dem Online Marketing vor – mit direktem Praxisbezug zur Europäischen Fachhochschule. Als Trainee hatte ich vorher noch nicht viele Berührungspunkte mit der tatsächlichen Online Marketing Arbeit in unserer Abteilung – trotzdem gefiel mir die Vorstellung, mit meinen neuen Betreuern dieses Projekt anzugehen und mich einer ganz neuen Thematik zu widmen. Sie haben es tatsächlich geschafft, mich direkt wieder zu motivieren und so war mein USA Aufenthalt daher nicht nur eine Reise zu mir selbst, sondern eben auf einmal auch die Reise zu einer ganz neuen fachlichen Spezialisierung.

Bauchgefühl & Mut

Was ich damit bereits jetzt festhalten und weitergeben kann, ist dass man natürlich irgendwo im Hintergrund immer seines Glückes Schmied ist – manchmal können aber eben auch die Kollegen, eigenen Vorgesetzten, die an einen glauben, Interesse an der Weiterentwicklung anderer zeigen und alles bereits sind, dafür (weiter) zu geben einen entscheidenden Schritt zum Erfolg beitragen. So schnell rücken damit die Personen um einen herum in den Fokus, wenn es darum geht, den persönlichen Berufsweg zu ebnen und zu initiieren. Ich bin total dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe und in der Form unterstützt wurde. Vor diesem Hintergrund schätze ich das Feingefühl und das echte Interesse an den eigenen Mitarbeitern und deren Persönlichkeit – natürlich bei denen, wo es sich lohnt, zu investieren – enorm und empfinde es essentiell wichtig und maßgeblich für das, wofür man als Führungskraft später steht.

Mentoren & Unterstützung – wachsen können!

Die Unterstützung und das „Miteinander wachsen“ habe ich ab dann stetig erfahren dürfen. Auf Basis meines Bachelorarbeitsthemas „Der Einfluss von Empfehlungen im Internet“, habe ich nach dem Auslandssemester an der EU|FH in meiner neuen Jobposition als Marketingassistentin angefangen, mich mit Portalpräsenzen auseinander zu setzen und mir zunehmend Verständnis im Bereich Online Marketing angeeignet – Erneut durch den Impuls meiner Vorgesetzten, denen meine Interessen und Stärken wohl schon eher bekannt waren als mir. Letztlich habe ich die Chance bekommen, den Relaunch unserer Homepage mit zu begleiten und zunehmend in Eigenverantwortung durchzusetzen. Mein erstes großes erfolgreiches Online Marketing Projekt, woraufhin ich mich näher mit SE0 und SEA/Performance Marketing beschäftigt habe.

Master myself

Mittlerweile, mit 23 Jahren, als Teamleiterin im Marketing unserer Abteilung, stehe ich nun kurz vor meiner Masterarbeit und am Ende meines letzten Vorlesungssemesters im Studiengang Marketing Management an der EU|FH Business School. Dass die Frage des Themas kein allzu großes Problem mehr darstellte, zeigt, wie fasziniert ich vom Online Marketing bin und dass ich diesen Bereich auch als zukünftiges Entwicklungspotenzial für mich sehe – Nicht zu vergessen, dass das zu Anfang gar nicht mal mein eigener Plan war. Nun freue ich mich aber unheimlich auf das „Marketing der Zukunft“ in Form von (In App) Bannern, Affiliate Marketing, Suchmaschinenmarketing, E-Mail-Marketing, Social Media Marketing, Content Marketing und und und. Wer weiß, was uns noch erwartet.

Online Marketing

Ich kann mir tatsächlich kaum Bereiche mit annähernd so viel Veränderung wie im Online Marketing vorstellen – Content ist eben King – ausgelernt hat man hier nie. Das war auch meine direkte Antwort auf die Frage, was meinen ersten richtigen Job so spannend macht. Begünstigt haben dies sicherlich ebenso die neue Teamzusammensetzung- und Führung unserer Abteilung und individuelle Blickwinkel aus dem Team. Was ich vor allem dazu nicht missen möchte, ist die Möglichkeit zu jederzeitig anregendem Austausch in Kombination mit eigenverantwortlichem Arbeiten. Und insbesondere, dass Fehler passieren dürfen und als positive Meilensteine für die persönliche Weiterentwicklung gesehen werden.

Danke, dass ich Teil von #netzwerkblog sein darf!

Autorinnenprofil

Kim Kersting ist Teamleiterin Marketing der Europäischen Fachhochschule.

Nach ihrem Bachelor in Industriemanagement und dem Master in Marketingmanagment verantwortet sie seit April 2018 den Bereich Online Marketing, den sie selbst maßgeblich aufgebaut und zu ihrem Traumjob gemacht hat.

Kim ist die erste „feste“ Mitautorin bei #netzwerkblog und auch hier für alles rund um Social Media und Online Marketing die Fachfrau! Nebenbei schreibt sie großartig.

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