Julia Collard & Sven Schnitzler
HR – same procedure as every year…

HR – same procedure as every year…

Zugegeben, der Jahreswechsel ist schon ein bisschen her. Das ist bei dem Thema auch gut so – dann ist nämlich hoffentlich auch das Phänomen vorbei, das wir nun schon seit einigen Jahren beobachten.

Die Jahresendzeitkündigung, unmittelbar gefolgt von der Jahresstartkündigung.

Mitarbeiterfluktuation in einem normalen Maß ist in unserem Team normal – wir haben viele Positionen, die von dualen Studierenden besetzt werden (sowohl im Bachelor wie auch Master) und dementsprechend auch viele Einsteigerpositionen. Mit 40 Mitarbeitern ist das Team gleichzeig das Größte des gesamten Unternehmens und das mit der größten Dynamik – die anderen Kollegen mögen diese Einschätzung teilen oder sie verzeihen.

Wenn es nun also viele Ausbildungs- und Startpositionen gibt, dann kann nicht jede/r im Team Karriere machen – weder klassisch noch im Sinn von NewWork. Selbst bei flachen Hierarchien, vielen Projektmöglichkeiten, Innovation und einem positiven Klima: es passt nicht dauerhaft für jeden. Seinen Platz selbst zu kreieren ist auch nicht jedermanns Ding. Soweit – so gut.

Warum aber nun Dezemberfieber und Januarpanik?

Unsere 5 (nicht immer ganz ernst gemeinten) Thesen hierzu:

  • Die einzig organisatorisch-logische Erklärung ist die, dass viele Verträge zu diesem Zeitpunkt auch einfach enden. Wenn Stellen häufiger zum Jahresende vakant werden, starten neue Verträge – teils mit Befristung – auch wieder zu diesem Zeitpunkt. Das wäre aber wie gesagt der einzig triviale Grund.
  • Die Kündigung des Mitarbeiters findet nur „offiziell“ zu diesem Zeitpunkt statt. Die Entscheidung inklusive innerer Kündigung wird bereits im Laufe des Jahres getroffen, man schwankt noch, findet nicht den richtigen Zeitpunkt, möchte die Kollegen im Jahr nicht hängen lassen und zieht dann kurz vor Weihachten doch endlich die Reißleine. Um mit einem „sauberen“ Konto ins neue Jahr zu starten. Genau umgekehrt verhält es sich aus Arbeitgebersicht. Um dem Mitarbeiter nicht die Feiertage zu verderben, wird das Gespräch zum Ende eines Arbeitsverhältnisses auf den Januar verschoben. Dies wird übrigens auch gestützt von der statistisch belegten Tatsache, dass Kündigungen in der Regel montags (und lustiger Weise fast nie dienstags) erfolgen, um das Wochenende nicht zu vermiesen.
  • Es ist gar nicht immer nur die eigene Entscheidung. Die Zeit über die Feiertage ist eine der intensivsten Zeiten mit der Familie und dem nahen Umfeld. Da gehören auch Gespräche über die Zukunft unweigerlich dazu. Man hört von den Liebsten, dass man doch nicht ewig in diesem Job stecken könne, etwas aus seinem Leben machen soll und endlich mal einen neuen Schritt wagen soll. Die guten Vorsätze tun ihr übriges. Es ist dann also der letzte Kick, den unser Umfeld uns für oder gegen den aktuellen Job gibt.
  • Es gibt zum Jahresende besonders viele Jobangebote. Unternehmen planen im Dezember die Personalpolitik des kommenden Jahres. Da wir in diesen Prozessen alle immer schneller werden sind auch die Ausschreibungen ganz schnell online. Zwischen den Jahren ist dann ausgesprochen viel Zeit zum Nachdenken, Bewerbung schreiben, neu orientieren und loslegen. Umstrukturierungen finden häufig zum Jahresende statt – und überhaupt regelmäßiger im Winter als in jeder anderen Jahreszeit. Der Jahreswechsel mit seinen vielen Vorzeichen und Vorsätzen trifft uns als Menschen und potenziert sich damit im Unternehmen, das sich ja aus diesen Menschen und Gedanken zusammensetzt. Das große Aufräumen macht auch vor dem Job nicht halt.
  • Die individuelle Work Life Balance sollte jeder für sich finden, immer – aber ganz ehrlich: oft ist doch im Winter mehr Work und im Sommer mehr Life unser Balance-Wunsch, oder? Den Aufwand des Jobwechsels, einer Neuorientierung inkl. Kennenlernen neuer Menschen und Start mit voller Power nimmt man in der dunkeln Jahreszeit eher in Kauf als im Frühjahr/ Sommer, wenn der „Life“ Part der Work Life Balance dominanter ist.

Vielleicht stimmt das aber auch alles nicht und es ist nur ein Zufall, den wir da beobachtet haben.

Wie sind Eure Erfahrungen? Gibt es Peakzeiten für Kündigungen? Und wann im Jahr habt Ihr eigentlich zuletzt den Job gewechselt?

Wir freuen uns erstmal, dass wir es ja für die nächsten 10 Monate geschafft haben – Ausnahmen bestätigen bestimmt die Regel 😉

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