Julia Collard & Sven Schnitzler
Equal Pay Day 2019: Fakten – Stimmen – Ideen

Equal Pay Day 2019: Fakten – Stimmen – Ideen

#Fakten

Der Gender Pay Gap  beschreibt die geschlechtsspezifische Lohnlücke: den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen. Die vom Statistischen Bundesamt errechneten Bruttostundenlöhne der Frauen betrugen im Jahr 2017 16,59 Euro, während Männer auf 21 Euro kamen. Damit liegt die Lohnlücke in Deutschland bei 21 Prozent.

Soweit die harten Fakten von https://www.equalpayday.de/. In diesem Jahr heißt das, dass Frauen 77 Tage „rückwirkend“ arbeiten müssen, um die Gehaltssumme der Männer in 2018 zu erzielen.

Daran hat sich in den letzten 10 Jahren nicht wirklich viel getan:

Wenn das in dem Tempo weitergeht brauchen wir noch unfassbare 385 Jahre bis Männer und Frauen für die gleiche Arbeit gleich fair bezahlt werden…

Daher wünschen wir uns vor allem zwei 2 Dinge:

  • Mehr Aufmerksamkeit für das Thema.
  • Mehr positive & kreative Ideen, um die Ursachen gemeinsam anzugehen.

#Stimmen

Mehr Aufmerksamkeit ? Wir haben eine Blitzumfrage in unserem Netzwerk gestartet und ein paar Menschen direkt gefragt, was ihnen spontan zum #epd2019 einfällt.

Lest selbst – da kommt ganz viel Energie rüber!

Sandra

#Ideen

„Frauen arbeiten immer noch verstärkt in frauendominierten  Berufe in den Bereichen Erziehung und Pflege und fehlen weiterhin in den MINT-Berufen.“

Wir brauchen Rolemodels von Anfang an – der Erzieher in der Kita ist dabei genauso wichtig wie der Kontakt von Mädchen zu Technik.

Die Frau, die zur Chefprogrammiererin aufsteigt, wird als Exotin bewundert.
Der Mann, der die örtliche Kita leitet, als Exot eher belächelt.

 

„Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt durch z.B. Elternzeit oder Pflege von Angehörigen häufiger und länger als Männer“.

Wir müssen unbedingt weg vom Arbeitszeitdenken – Flexibilität in Sachen „Stunden“ würde ganz viel entschärfen.Teilzeit vs. Vollzeit – das ist echt ein Knackpunkt. Wenn Arbeitszeit nicht auf 40 Stunden normiert wäre, könnten wir ganz anders agieren. Zweimal 30 Stunden zu arbeiten wäre doch viel besser als 20 plus 40.

An alle Arbeitgeber: Hört auf in Stunden zu rechnen, sondern in Projekten, in Erfolgen, in Menschen. Jobsharing jeder Art wäre ein Teilschritt dahin!

 

„Frauentypische Berufe sind weiterhin unterbewertet.“

Glauben wir nicht – siehe Punkt 1. Wir müssen die Klischees aus dem Kopf bekommen – dann erübrigt sich der Punkt. Übrigens verdienen Männer in klassischen Frauenberufen durchschnittlich weniger als die Frauen…

 

„Durch fehlende Gehaltstransparenz ist eine Ungleichbehandlung der Bezahlung aufgrund des Geschlechts nicht sichtbar.“

Stichwort Entgelttransparenzgesetz – sicher ein guter Versuch. Aber per Gesetz allein lässt sich Equal Pay nicht durchsetzen. Wir haben im letzten halben Jahr ganz oft erfahren & diskutiert, dass dies eher zu neuen (unfairen) Gehaltsstrukturen und weniger Kommunikation als zu Offenheit führt. Es ist ein Baustein, aber leider einer, der einen langen Atem braucht.

 

Gleiches soll gleich bewertet und bezahlt werden

– das ist das Ziel. Dafür brauchen wir gleiche Rahmenbedingungen. Und gleiche Einstellungen. Flexibles Arbeiten ist ein Puzzlestück. Genau wie gute Kitas, Investitionen in unser Bildungssystem und ein Umdenken bei jedem von uns. Wir können nicht fordern, dass sich das System ändert, wenn wir es selbst mit Leben füllen.

Redet über Gehälter, tauscht die Rollen, seid offen, denkt quer – nur wenn wir Neues kennen lernen, können wir alte Stereotypen ändern! Klick um zu Tweeten

Herzlichen Dank an alle, die zur spontanen Blitzumfrage bereit waren & Zeit hatten.
Wir freuen uns über viele weitere „2 Sätze zum #epd2019“ in den Kommentaren & Netzwerken!

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