Julia Collard & Sven Schnitzler
Digitalisierung ist nicht nur IT Sache – Christoph Thomas im #netzwerktalk

Digitalisierung ist nicht nur IT Sache – Christoph Thomas im #netzwerktalk

Was bedeutet Kommunikation für Dich?

Kommunikation bedeutet für mich erstmal zuhören und spüren, sich selbst und den anderen Beteiligten.

  • Welche Gefühle habe ich und warum?
  • Welche Erwartungen gibt es?
  • In welcher Situation befinden wir uns und jede*r einzelne?
  • Was brauchen wir, was braucht die Situation als positiven, nächsten Impuls?
  • Sprechen wir auf einer Ego-Ebene oder können wir wirklich miteinander in Verbindung treten und eine gemeinsame Sache definieren und gemeinsam gestalten?
  • Sind alle Teilnehmer*innen offen und mutig oder gibt es versteckte Ängste, die ggf. in direkten Gesprächen thematisiert werden sollten?

Kommunikation bedeutet dann auch Sinn und Wirksamkeit und damit für mich untrennbar verbunden Nachhaltigkeit und Nachhalten von Kommunikationsergebnissen und Umsetzung der gemeinsamen Ideen – sonst wird sie auf die Dauer zum hohlen Selbstzweck und als lästig/ohne Wirkung empfunden. Hier sollten wir m. E. mutig sein, diese Art von wirkungsloser Kommunikation auf Eis zu legen bis besprochene Ergebnisse realisiert wurden anstatt uns weiter im Kreis zu drehen und den Elefant im Raum nicht anzusprechen.

Welchen USP / Mehrwert bringst Du einem Kunden?

Ich gebe mich nicht damit zufrieden, eine Anforderungsliste umzusetzen. Das mag erstmal unbequem/ungewohnt sein, da mein Kunde dann z. B. Fragen hört wie

  • Wer sind die Stakeholder in diesem Prozess und wie wurden diese in die Gestaltung/Definition der Anforderungen einbezogen?
  • Wollen Sie wirklich im Prozess “hardcodiert” hinterlegen, dass nur der Geschäftsführer bestimmen kann, woran ein einzelner Mitarbeiter arbeitet?
  • Kommt diese Anforderung aus schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit mit der Zuverlässigkeit/Liefertreue einer Abteilung und/oder basiert diese auf einer internen Misstrauenskultur?
  • Wollen Sie diese wirklich in Ihr Tool zementieren oder wollen Sie nicht lieber gemeinsam die Grundlage für eine “bessere” Welt gestalten und mit der neuen Implementierung vorleben?

u.v.m. je nach Projekt/Unternehmen – ich denke für meinen Kunden mit und habe den Anspruch an mich, ein ganzheitlich erfolgreiches Projekt abzuliefern und eine langfristige, strategische Partnerschaft mit dem Kunden aufzubauen – und dabei den Kunden im Idealfall in die Lage zu versetzen, dass er einen hohen Anteil des “Tagesgeschäfts” an Veränderungen selbst abfangen kann, wenn er das wünscht (ansonsten bieten wir auch u.a. Service Level Agreements an) – ich persönlich bin am liebsten dabei wenn es um größere Veränderungen und komplexere Umsetzungsfragen geht.

Wenn Du ein Unternehmen aussuchen könntest – welches wäre das und warum?

Als Kunde für meine Beratungsleistungen? Das Unternehmen sollte

  • nachhaltige Veränderung und Wirksamkeit/kontinuierliche Verbesserung wirklich wollen und nicht nur auf Visionsslides geschrieben haben;
  • die Leistungen wertschätzen und längerfristig in Anspruch nehmen können – hier ist ein enger Kontakt/Einbindung von Personen mit entsprechender Budgetverantwortung kritisch für den (nachhaltigen) Projekterfolg;
  • sich nicht damit zufrieden geben, einen möglichst billigen Umsetzungsdienstleister zu finden und damit einfach ein weiteres IT-Projekt auszurollen;
  • keine Angst haben sich auf die gemeinsame Reise einzulassen – viele der hier angesprochenen Punkte bekomme ich auch aus dem ersten Anforderungsworkshop und ersten Iterations-/Feedbackrunden entwickelt wenn eine prinzipielle Bereitschaft/Offenheit/Interesse vorhanden ist.

Als Mitarbeiter/wie sollte mein Unternehmen aussehen?

  • Zusammenarbeit intern/extern auf Augenhöhe;
  • Sinn und (nachhaltige) Wirksamkeit als Maxime;
  • Blick auf Zahlen und effiziente Prozesse & kontinuierliche Verbesserung;
  • Herz für Menschen und Individualität und persönliche Entwicklung und Situation der Mitarbeiter und des Umfelds;
  • Anspruch Beitrag für eine nachhaltige Veränderung/Systemwandel/Nachhaltigkeit und Achtsamkeit zu leisten und sich immer wieder zu hinterfragen und weiter zu entwickeln;
  • Beiträge der Mitarbeiter auch finanziell wertschätzen/Intrapreneure auch an Erfolgen/Resultaten beteiligen damit sie die letzte Konsequenz ihres Handelns spüren können.

Wann ist ein Projekt für Dich gescheitert?

  • Wenn es in Time and Budget ausgerollt wurde aber wie eine Welle über die (End-) Nutzer schwappte/für diese wenig/keine Verbesserung bringt/ihre Bedarfe nicht berücksichtigt/sie nicht ausreichend eingebunden waren bei der Konzeption und Implementierung
  • Wenn ein alleiniger Rollout in Time and Budget als Erfolg gefeiert wird
  • Wenn ich erkennen muss, dass sich ein Projektteam lieber ewig im Kreis drehen möchte und quere Lösungen basteln möchte, statt die wirklichen Themen für eine nachhaltige Wirksamkeit anzugehen
  • Wenn es kein Interesse daran gibt, weiter am Thema zu arbeiten/sich nach dem Projekt auf dem neuen Status quo ausgeruht werden soll obwohl noch größere und relevante Potentiale vorhanden sind/es erst richtig spannend und/oder unbequem werden würde
  • Wenn keine vertrauensvolle Beziehung auf Augenhöhe zum Kunde(nansprechpartner) und ggf. den Stakeholdern aufgebaut werden kann

Insgesamt ist zu sagen, dass ich frühzeitig darauf hinsteuere, dass diese Punkte nicht auftreten bzw. dass ich sie ggf. frühzeitig erkenne. Ein Learning hier ist auch, dass es sich z. B. in der Regel nicht lohnt, eine lange Pre-Sales-Phase in Kauf zu nehmen – wenn ein Unternehmen nicht nach einem ersten Telefonat zeitnah ein erstes Paket über einen Anforderungsworkshop mit intensiver Vor- und Nachbereitung zum Kennenlernen und zur Anforderungsaufnahme/Konzeption/Roadmap- und weiteren Angebotserstellung beauftragt kann ich mir viel Energie und Gesprächsminuten sparen, da dann in der Regel Budget und/oder schnelle/effiziente Entscheidungen ein längerfristiges (Problem-) Thema sein werden.

Woran misst Du Erfolg?

  • Wurden die (End-) Nutzer in das Projekt/Konzeption/Implementierung eingebunden oder wurde das Projekt über sie hinweg ausgerollt?
  • Trägt das Projekt nachhaltig zur kontinuierlichen Verbesserung im Unternehmen und/oder Kulturwandel im Sinne von New Work bei?
  • Habe ich das Gefühl, dass es menschlich im Projektteam “groovt”/harmonisch ist/haben wir Herausforderungen offen angesprochen und gemeinsam gelöst?
  • Fühle ich mich/meine Arbeit wertgeschätzt und kann die Zusammenarbeit längerfristig ausbauen/eine strategische Partnerschaft aufbauen/eine Customer Success Story schreiben etc.?
  • Stimmen die Zahlen/haben wir erreicht was wir uns vorgenommen haben und/oder können die Abweichungen als positiv begrüßen?
  • Habe ich am Ende des Tages das Gefühl, dass ich heute sinnvoll gearbeitet habe/wirksam war und der Ausgleich, auch finanziell, stimmt?

Wie bildest Du Dich weiter?

Ich bekomme Impulse aus meinem Netzwerk und lerne sehr viel aus Feedback und Reflektion bei meinen Projekten. Meine Firma/Arbeitgeber bietet außerdem regelmäßig Workshops zu für uns spannenden Themen an und wenn ich eine Fortbildung o.ä. besuchen möchte kann ich wenn es irgendwie (thematisch) passt immer auf Unterstützung zählen.

Außerdem arbeite ich viel auf persönlicher Ebene, auch mit Coaching.

Genial zum Lernen/erweiterten Verstehen finde ich auch, wenn ich z. B. Schulungsinhalte, die ich als Teilnehmer konsumiert habe Dritten, die nicht in der Schulung waren, wenn es thematisch sinnvoll ist, erkläre und sie dann Fragen stellen.

"Tatsächlich lerne ich aus den Fragen und Projektsituationen extrem viel und versuche auch immer, meine Projekte und Kunden so zu entwickeln, dass ich immer am Lernen bleibe/Routinetätigkeiten sinnvoll abzubilden ohne dass ich “gelangweilt”/bequem werde."
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