Julia Collard & Sven Schnitzler
Die persönliche Karriere – Warum Karriere nicht immer Erfolg bedeutet

Die persönliche Karriere – Warum Karriere nicht immer Erfolg bedeutet

#39 Gastbeitrag von Aileen Adämmer, Searchtalent

Wir alle glauben genau zu wissen, was Karriere bedeutet. Die Gesellschaft prägt uns schon frühzeitig mit diversen Zusammenhängen zwischen Karriere, Erfolg und dem daraus resultierenden Glück und Wohlstand. Mich beschäftigt das Thema schon seit längerer Zeit und daher möchte ich hier von meinen Erfahrungen und Ansichten (mit gerade mal 24) berichten, denn auch hier gibt es schon einiges zu erzählen. Was Karriere für mich bedeutet und was es auch für andere bedeuten kann.

Karriere, ein Wort, das Druck machen kann

Das Wort Karriere löst nicht selten Druck aus, wenn man daran denkt. Es heißt nicht ohne Grund – die Karriereleiter, die es zu erklimmen gilt. Das hört sich nicht gerade leicht an!

Vielleicht kennt es der ein oder andere ja aus seiner Kindheit oder Jugendzeit. Man hatte diesen einen Berufswunsch, den man sich erträumt hatte und dann stellte man schnell von allen Seiten fest – mit diesem Job kann man keine große Karriere machen und das Geld stimmt am Ende auch nicht. Beeinflusst wurde diese Erkenntnis grundlegend von eigenen Recherchen oder man hörte von Verwandtschaft und Bekanntenkreis: “Mach das bloß nicht, davon kann man nicht leben!” oder: “Man muss etwas aus seinem Leben Machen!” usw.

Ich konnte auch schon früh beobachten, was dieser Druck durch ein einfaches Wort bei manchen Kindern und Jugendlichen verursachen konnte – so auch in der Schule, wo schließlich auf berufliche Perspektiven und potenziellen Erfolg hingearbeitet wird (im besten Fall). Es gibt in jeder Klasse ein Leistungsgefälle und die Schüler, die weniger gut benotet waren, endeten später nicht selten in der Perspektivlosigkeit.

Das liegt wahrscheinlich zum einen daran, dass sich diese Kinder/ Teenager schon allein minderwertig gefühlt haben, weil sie fest daran glaubten, dass sie die gesellschaftliche Karriereleiter nicht erklimmen können. Wozu also lernen und sich anstrengen, wenn eh nichts aus mir wird? Das zeigt – Erfolg wird schon früh für uns mit großer Karriere und den daraus folgenden Vorteilen in Verbindung gebracht. Wer durch vollkommen irrelevante Noten dann an Selbstvertrauen verliert und letztendlich nicht an seinen eigenen Erfolg glaubt, hat es schwer im späteren Leben.

Doch was ist eigentlich Karriere, dieses Wort was schon frühzeitig zu Druck in der Schule oder generell im Leben führen kann?

Wir machen alle Karriere in unserem Leben

Ich hab das Ganze mal gegoogelt und stieß sinngemäß auf solche Definitionen:

“Karriere ist eine typische Abfolge von Stellen, die man als Angestellter im Verlauf seines Arbeitslebens annimmt. es gibt verschiedene Karrieremuster, die Teil der beruflichen Entwicklung sind, dazu gehören auch Berufspausen und Wechsel.”

Jeder macht also Karriere und nicht nur Anzugträger, wie einem das oft schon im Kindesalter in verschiedenen Institutionen assoziiert wird. Hinzu kommt, dass auch Pausen und Wechsel zu einer Karriere gehören.

Zum Glück muss die eigene Karriere nicht mehr so gradlinig und starr wie in früheren Jahrzehnten sein. Wenn man die Möglichkeiten hat, kann man also alles für sich entdecken und macht dabei trotzdem noch seine eigene Karriere.

Das nimmt doch schon mal den ersten Druck! Ich würde an dieser Stelle noch weiter gehen und Karriere von seinem gesellschaftlich geprägten Bild noch ein Stück weg ziehen.

Karriere – ein Wort an seine Wünsche anpassen

Wie bereits erwähnt, wird der Begriff Karriere oft mit gesellschaftlichen Erfolg und einem guten Gehalt in Verbindung gebracht. Für viele Menschen ist es also frustrierend, da sie glauben keine Karriere gemacht zu haben oder sich selbst mit diesem Wort nie in einen Kontext bringen würden. So kommt es, dass Menschen sich nicht als gleichberechtigt ansehen oder sich beruflich weniger wertvoll fühlen, als andere. Im Gegenzug – Menschen, die sich über andere und deren Bedürfnisse stellen.  Wäre es nicht viel motivierender, wenn wir unsere individuelle Karriere an unseren eigenen Parametern messen würden?

Karriere ist nicht gleich Erfolg im Sinne von Einfluss, Status oder Gehalt.

Erfolg ist das, was wir als Erfolg empfinden.

Karriere sollten wir also an unseren eigens gewählten Parametern erklären und abschätzen. Der Weg zur Findung dieser Parameter beginnt dabei sehr früh. Schon in der frühen Kindheit prägen sich bei uns Fähigkeiten und Interessen aus, die uns wiederum später helfen eine berufliche Richtung einzuschlagen. Aber nicht nur diese Faktoren beeinflussen uns. Spätestens nach ersten Praktika merken wir, was es tatsächlich – jenseits der Fantasie – bedeutet zu arbeiten und wir erkennen dabei unsere Bedürfnisse in der Arbeitswelt. Daraus ergaben sich dann auch meine eigenen Karriere Parameter, wie z.B. eine Karrierestufe, die ich erreichen möchte, Freiraum und Eigenverantwortung, Work-Life-Balance usw.

Wer seine Parameter nun definiert, kann diese als Ziel für seine persönliche Karriere nutzen.

Du bist also dann erfolgreich, wenn Du Deine Ziele erreichst und nicht die gesellschaftlich angesehenen Ziele verfolgst. Klick um zu Tweeten

Wer zudem direkt seine individuellen Ziele verfolgt, hat auch gute Chancen ganz nebenbei die Karriereleiter zu erklimmen.

Das Prinzip der persönlichen Karriere

Ausbildung von Fähigkeiten und Interessen →
Erste berufliche Erfahrungen →
Erkenntnis: welche Bedürfnisse habe ich im Arbeitsalltag →
Festlegung der persönlichen Karriereziele
= Eine individuelle Karriere nach eigenen Parametern

Der Maßstab der eigenen Karriere

Wenn man weiß, welche Ziele man verfolgt, kann man diese auch leichter realisieren. Ganz wichtig bei der persönlichen Karriere: man muss sich auch um die Umsetzung seiner Ziele bemühen.

Eigens gewählte Parameter sind dabei aber oft leichter zu erreichen, als gesellschaftliche Kriterien, die vielleicht gar nicht zur eigenen Person oder seinen Fähigkeiten passt. Durch diese Herangehensweise ist es uns allen einfach möglich unseren eigenen Maßstab für Erfolg und Karriere zu setzen. Die Folge: mehr Motivation und mehr Menschen, die ihren eigenen Erfolg viel bewusster wahrnehmen.

Macht Euch Gedanken:

  • wie erfolgreich wart ihr bislang, gemessen an Euren eigenen Karriere Parametern?
  • Was möchtet Ihr gerne ändern und seid Ihr wirklich glücklich mit Eurem aktuellen Arbeitsumfeld?
  • Seht Karriere nicht aus gesellschaftlicher Sicht, sondern als Euren persönlichen Werdegang auf Eure Art!

Karriere ≠ Erfolg

Autorinnenprofil

Aileen Adämmer arbeitet als Digital Marketing Managerin beim Berliner StartUp Searchtalent und wirkt so tagtäglich an einer digitalen und innovativen Headhunting-Lösung mit. Im Fokus ihrer Arbeit stehen der Searchtalent Recruiting-Blog & das Managen der dazugehörigen Social Media Kanäle.

www.searchtalent.de

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