Julia Collard & Sven Schnitzler
#6 Buchrezension auf #netzwerkblog – Markus Väth: Beraterdämmerung

#6 Buchrezension auf #netzwerkblog – Markus Väth: Beraterdämmerung

Rezension von Britta Redmann

„Ein Buch, das mich in meinem letzten Urlaub gefesselt hat“

Der Stil

Zum einen liegt dies sicherlich daran, dass ich Markus Väth und seinen pointierten Stil und seine ganzheitliche Betrachtungsweise sehr schätze. Seit vielen Jahren verfolge ich schon seine grandiosen Blogbeiträge in den Sozialen Medien und mag einfach seine klare Sprache. Dieses Bild hat sich dann weiter verfestigt, nach dem ich ihn auf einigen Veranstaltungen dann auch „live“ erleben durfte. 

Der Inhalt

Doch zurück zum Buch. Warum hat es mir so gut gefallen, dass ich es sogar in einem Stück im Urlaub durchgelesen habe? Zum einen musste ich schon beim Titel schmunzeln und der Anlehnung hier an den „Ring der Nibelungen“J. Das hat mich direkt neugierig gemacht. Erscheinen doch gerade Berater nach außen oft „allwissend“ oder werden auch als „Götter“ angesehen, die über alles  „Bescheid“ zu wissen glauben und die das Unternehmen am besten in letzter Konsequenz dann auch mit der „richtigen“ Beratung retten soll. Da ich selber die zwei Welten kenne (als Beraterin unterwegs zu sein genauso wie als Leiterin Unternehmensentwicklung & HR ein fester Teil in einem Team zu sein), weiß ich, dass es einfach eklatante Unterschiede dabei gibt, ob ich „von außen“ auf ein Unternehmen schaue und nach der Beratung wieder gehen kann oder ob ich Teil des Unternehmens bin und nach einer Veränderung mit dieser dann auch täglich weiter lebe. Beratung –  von außen – kann nie die Tiefe oder das Wissen vorhalten, das in einem Unternehmen vorhanden ist. Und leider – ja leider – trauen sich viele Unternehmen nicht, dieses eigene Wissen zu verwenden oder es zu aktivieren. Die eigene, selbst entworfene Lösung wird vielfach gescheut.

Wo geht es lang?

Genau auf diesen Punkt geht Markus Väth für mich in seinem Buch offen ein. Er stellt – und zwar für Unternehmen genauso wie für Berater – einfach mal in Frage, ob sich unser tradierter und für uns so gewohnter Beratungsansatz noch in unserer heutigen Arbeitswelt so aufrechterhalten lässt. Wenn es durch den notwendigen Wandel in unserer Arbeitswelt immer weniger „Schablonenlösungen“ für Unternehmen gibt, Mitarbeiter viel stärker partizipieren und mitgestalten wollen und auch dürfen – muss sich dann nicht auch Beratung entsprechend wandeln? Oder anders ausgedrückt: Wenn Unternehmen kreativer werden müssen, den für sich eigenen und passenden individuellen Weg zu finden – passt dann überhaupt noch eine Beratung, die Unternehmen „sagt, wo es langgeht“?

Diese Frage beleuchtend nimmt Markus Väth den Leser mit auf eine Reise durch persönliche Erfahrungen, die Schilderungen von vielen praktischen Beispielen und ist damit immer ganz nah und direkt im unternehmerischen Alltag. Das macht das Buch sehr erlebbar. Gerade auch diese sehr persönliche – und sehr humorvoll geschilderte – Lernreise von

Markus Väth hat mich sehr angesprochen.  Alles in allem 175 Seiten, die ich keine Zeile bereut habe, die sich sehr lohnen und die vor allem Unternehmen genau darin bestärken, den eigenen Weg mutig zu finden.

Über den Autor:

Markus Väth ist einer der profiliertesten New-Work-Coaches im deutschsprachigen Raum und seit mehr als zwölf Jahren in den Themen New Work, Management und Führung tätig. Darüber hinaus hat er mehrere Sachbücher im Bereich Psychologie und Management verfasst und ist Co-Founder eines Think Tanks zur Zukunft der Arbeit.

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